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RecommendGavin Harrison - Cheating The Polygraph

Gavin Harrison

Cheating The Polygraph
Type: CD
Release: 13th May 2015
Label: Kscope/Edel
Genres
  • Jazz
  • Funk
  • Brass
  • Big Band
  • Progressive

Um Porcupine Tree selber ist es seit dem letzten Album "Incident" ruhig geworden, um so mehr gibt sich Steven Wilson in vollen Zügen erfolgreich seiner Solo-Karriere hin. Aber auch die anderen verbliebenen Porcupine Tree Musiker rasten nicht und sind tief in eigene Projekte vertieft. Was mit unter auch ein Grund dafür ist das Porcupine Tree aktuell nicht mit einander agieren, was ich aus persönlichen Gesprächen mit Steven Wilson (Siehe Interview) erfahren habe. Aber auch Schlagzeuger Gavin Harrison nannte mir auf seiner Drum Clinc Ende 2014 dies als Grund gegen eine von den Fans sehnsüchtig erwartete Wiederaufnahme der Bandaktivitäten um Porcupine Tree die bis dato noch in den Sternen steht. Beide sagten das Porcupine Tree nur auf Eis liegt und in kleinster Weise aufgelöst wurde und das irgend wann wieder was kommen wird. Derweilen schreibt Herr Wilson permanent neue Songs und verwirklicht diese in seinem Solo Projekt. Aber heute geht es nicht um Steven, wenn er auch indirekt damit verbunden ist, nein heute geht es um den vielseitig talentierten Porcupine Tree, King Crimson Schlagzeuger Gavin Harrison. Führ Ihn ist es nicht das erste mal das er Solo von sich hören lässt, hat er doch auch schon mit seinem Solo-Projekt Ø5Ric in den letzten Jahren von sich hören lassen und hat den ein oder anderen Gastauftritte bei nicht weniger bekannten Vertretern im Progressiven Rock Sektor bestritten. Aber natürlich promotet er sich auch als Schlagzeuger ohne pause zu nehmen und betreibt sein eigenes Drum und Recording Studio. Technisch bedient Gavin am Schlagzeug ja quasi alle nur erdenklichen Musikstile bis hin zur Perfektion und zählt zu den wohl vielseitigsten und aktuell angenagtesten Progressiv Drummern unserer Neuzeit. Dies belegen unzählige Auszeichnungen und Drum-Awards der letzten Jahre die er sich durch seine technisch perfekte, filigrane und rhythmisch extrem anspruchsvolle und ausgeklügelte Spielweise erarbeitet hat.

Aber heute lernen wir Gavin Harrison von seiner ganz anderen Seite kennen. Der Brite der vom Elternhaus aus schon musikalisch geprägt und erzogen wurde gibt sich diesmal seiner Vorliebe die er mit seinem Vater teil hin. Beide vereint die Liebe und Faszination der Brass und Big-Band Musik. Er wollte schon immer einmal ein CD veröffentlich auf der er sich in diesem musikalischen Sektor präsentiert, wenn er das zwar auch schon ansatzweise im Fusion- und Jazz-Bereich bei Ø5Ric und natürlich bei King Crimson zum Besten gibt, ist das was er auf seinem Album "Cheating The Polygraph" umsetzt doch eine ganz andere Herangehensweise als das was er jemals zu vor gemacht hat. Die Songs die Gavin zum Besten gibt sind keine neuen Songs, oder sind sie das vielleicht doch? Er hat sich seine Lieblings Songs aus der Porcupine Tree Phase von „Lightbulb Sun“ bis „Fear Of A Blank Planet“ hin gegeben und interpretiert diese auf eine ganz neue Weise. Wobei der Begriff interpretieren hier nur bedingt verwendet werden sollte, denn das was Gavin aus den Porcupine Tree Klassikern gemacht hat lässt sich nur ansatzweise als diese erkennen. Er hat den Songs einen ganz eigenen Charakter mit der Umsetzung dieser im Big-Band Format verpasst. Der ein oder andere Song ist erst beim mehrmaligen hören, für Porcupine Tree Kenner, als dieser Erkennbar. Hat sich der Brite doch mit der Umsetzung ganzen Songs und Medleys, mit Song-Passagen die man sich wohl niemals in diese Kombination hätte vorstellen können, verewigt. Die Neu-Kompositionen dieser Songs, die er mit ambitionierten Jazz, Funk & Big-Band Musikern aufgenommen hat, gehen über eingängige bis hin zu experimentellen Interpretationen die durchweg verspielt und mit Raffinesse quasi neu geschrieben wurden. Wie schon gesagt lässt sich deren Herkunft nur in wenigen Passagen, oder sagen wir besser aus einem gewissen Blickwinkel auf Porcupine Tree zurückführen. Und das macht das Ganze natürlich um so interessanter also einfach nur eine möglichst nahe Interpretation oder Covers von Songs zu präsentieren. Er wollte sich von seiner anderen Seite zeigen und das hat er mit "Cheating The Polygraph" auch gemacht. Seine ganz persönliche, in Zusammenarbeit mit der Big-Band, freie Umsetzung seiner Lieblingssongs von Porcupine Tree.

Natürlich ist in die Spanne recht groß und reicht von gediegenen Passagen bis hin zu extremen und wirren Passagen mit den unterschiedlichsten Blasinstrumenten. Man muss ein Freund von dieser Art Musik sein um dieses Album auch auf sich wirken zu lassen. Mit einem kurzen rein zapfen und dann sagen "… nein das gefällt mir nicht" oder "… das ist mir zu anstrengend" ist es nicht getan. Diese hoch anspruchsvolle Art von Musik bedarf einer intensiveren Zuführung. 

Wer mehr über Gavin Harrison's Hintergründe zum Album erfahren will sollte sich umbedingt das Question&Answer Video (Gavin Harrison - Cheating the Polygraph "Q&A with Gavin and Laurence Cottle") unten bei den Medien anschauen zum verstehen warum er dieses großartige Album gemacht hat. Erschienen ist das Gavin Harrison Album "Cheating The Polygraph" als Mediabook mit einem reichlich gefüllten Booklet. Neben der CD an sich, die 5 Songs und 2 Medleys beinhaltet, gibt es auch eine DVD mit einem Digitalen 5.1 & DTS Surround Sound Mix. Des Weiteren gibt es das Album auch als Vinyl und natürlich auch als digitalen Download. Erschienen ist das Album über Kscope Records und steht seit dem 13.04.2015 in den Regalen.

Autor: Pierre

Tracklisting

  1. What Happens Now?
  2. Sound Of Muzak/So Called Friend
  3. The Start Of Something Beautiful
  4. Heart Attack In A Layby/The Creator Had A Mastertape/Surfer
  5. The Pills I’m Taking (from Anesthetize)
  6. Hatesong/Halo
  7. Cheating The Polygraph/Mother & Child Divided
  8. Futile

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  • Porcupine Tree
  • Jazz
  • Funk
  • Big-Band
  • Brass Music

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