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28th
Aug 13

Wacken 2013 Nachbericht

Das war das W.O.A 2013
EN Wacken

Das war das W.O.A 2013

Dieses Jahr meinte das Wetter es gut mit den Metal-Fans und zeigt sich bereits Wochen vor dem größten Metal-Festival in Wacken von seiner besten Seite. Die Metalheads aus der ganzen Welt können es auch zum 24. Wacken Open Air nicht abwarten und so liest man bereits am Sonntag den 29. Juli die ersten Twitter Meldungen über den Anreiseverkehr. Bereits Dienstag sind die meisten Campingflächen voll und das kleine Dorf ist in fester Hand der Metaller die dem eigentlichen Beginn am Donnerstag den 01. August entgegen feiern. Auch diese Jahr haben die Organisatoren wieder keine Mühen gescheut und ein große Party-Area mit 7 Bühnen, Food- und Getränkeständen, einem Biergarten, einem großen Metalmarket, Pfahlsitzen und einem Kickerplatz aus dem Boden gestampft. Selbst die Kleinigkeiten die das Festivalleben einfacher machen wie Spülklos, Duschen, Schließfächer, Bankautomaten, Frühstückszelte, kleine Lebensmittelzelte und so weiter sind wie jedes Jahr vorhanden. Gegenüber dem letzten Jahr, erkennt man eher eine Evolution als eine Revolution – so fällt die Orientierung leichter. Bereits am Mittwoch spielen im Wackinger-Village, in der Bullhead City (W.E.T. Stage und Headbangers Stage) sowie der Beer Garden Stage ab 10:00 Uhr Bands. Die offiziellen 75 000 und gefühlten 120 000 Leute wollen halt beschäftigt werden. Am Abend bei SANTIANO werden die deutschen Texte kräftig mitgesungen auch wenn nicht alle Festival Besucher die Band passend für das W:O:A finden.

Im Infield geht’s dann am Donnerstag um 15:00 Uhr auf der Black-Stage los mit SKYLINE & Special Guests. Die etwas größere True Metal Stage wird an diesem Tag nur für eine Band geöffnet: RAMMSTEIN. Auch wenn nahezu jeder auf die Pioniere der Neuen Deutschen Härte wartete so gab es zuvor noch hochkarätige Acts zu feiern. Früher stand der Donnerstag mal unter dem Motto „A Day to Remember“ und so erinnern ANNIHILATOR mit ihrem Thrash Metal und THUNDER mit Hard Rock an die Achtziger. Danach geht’s dann mit DEEP PURPLE noch etwas weiter in der Zeit zurück. Den Bands und vor allem den Sängern Danny Bowes (Thunder) und Ian Gillan (Deep Purple) merkt man das Alter aber gar nicht an. Beide bringen eine klasse Gesangsperformance und werden von den Fans verdientermaßen gefeiert.

In der Wartezeit bis zum Rammstein-Gig zeigen die Wacken-Jungs, dass sie jeden Trend mitnehmen. Das Thema „3D“ hat in die Filmindustrie schon lange Einzug gehalten und so zeigt uns der neue WACKEN 3D FILM TRAILER wie wir uns Wacken demnächst auch im Heimkino auf technisch neuesten Stand gönnen können. Dann beginnt RAMMSTEIN mit einer Lautstärke die Donnerschlägen gleich kommt. Raketen hinter dem Bühnenvorhang und über der Bühne kündigen eine große Show an, nebenbei die erste für Rammstein auf dem Wacken Open Air und das bei der 24. Auflage. Till schwebt von der Bühnendecke herab und ist durch seine pinke Plüschjacke auch ohne Leinwände zu sehen. Den seit 2010 nicht mehr indizierten Song „Ich tu Dir weh“ gibt’s als Opener. Rammstein zeigt routiniert seine aufwändige Pyro Show und begeistert die bis in den letzen Winkel mit Menschen gefüllte Festivalfläche. Flammenwerfer, Feuerfontänen, Raketen übers Publikum oder die Penis-Schaumkanone das kennt man und das will man bei Rammstein sehen. In der Zugabe gab’s dann wie auch schon auf anderen Festivals „Mein Herz brennt“ als minimalistische Klavierversion. Tja, und dann war es soweit – „Sonne“ erklingt mit Heino in rotem Ledermantel auf der Bühne. Mit dem kräftigen Gesang von Till kann der 75 jährige zwar lautstärketechnisch nicht ganz mithalten aber an sich eigentlich eine coole, 5 Minuten andauernde, Aktion - sowohl von Heino als auch von Rammstein. Ein erstes Highlight allemal.

Freitag sollte der heißeste Tag in Norddeutschland werden und darunter hatte auch das W:O:A zu leiden. Ungünstigerweise wurden diese Jahr die Getränkebecher von 0,4l auf 0,3l geschrumpft. Der neue Preis ist leider nur von 3,50 Euro auf 3 Euro gefallen und stellt somit eine Preiserhöhung von 14% dar. Viel ärgerlicher ist aber, dass alle Softdrinks und auch Wasser den gleichen Preis haben. Bei gefühlten 38°C geht da das Festivalgeld schnell für die Erfrischung drauf. Zum Campingplatz kann man auch mal nicht eben zurücklaufen, da das im ungünstigsten Fall einen Fußmarsch von 30 Minuten für jede Richtung bedeutet. Selbst die kultigen 1l Maßkrüge kosten mit Wasserfüllung die gleichen 10 Euro wie mit Bier. Ein Witz! Der Freitag war somit nicht nur heiß sondern auch recht teuer. Die Bands am Freitag wie POWERWOLF, UGLY KID JOE, IHSAHN, PRETTY MAIDS, AGNOSTIC FRONT oder SABATON können die Leute aber trotzdem zum Abfeiern anheizen. Was für ein Megaevent das W:O:A geworden ist, merke ich gleich bei GOJIRA, meiner ersten Band des Tages. Hier stehe ich neben einem jungen Metaller, der nur für das Festival, allein aus Los Angeles angereist ist und sich einer Gruppe völlig verrückter Norweger angeschlossen hat! Der helle Wahnsinn! Viele der Besucher kommen auch nur wegen Lemmy und MOTÖRHEAD. Die 30 Minuten Show war zwar ungewöhnlich aber zwischen den Organisatoren und Lemmy war abgesprochen, dass die Show nur so lange geht wie es die Gesundheit von Herrn Kilmister zulässt. Die Ursache war somit nicht die Hitze sondern die vergangene Krankheit und somit eine Vernunftsentscheidung. DORO erkundigte sich vor ihrem Auftritt noch mal bei Lemmy und konnte dann auch gleich im Anschluss die Bedenken der Fans aus der Welt schaffen. Die First Lady im Deutschen Metal hatte dann mit einer großen Bühnenshow und einigen Gästen wie etwa Biff von Saxon und Eric Fish von Subway to Sally ihr 30 jähriges Bühnenjubiläum zu feiern. Die Frau hat’s echt drauf – Ok, bis auf die englische Aussprache vielleicht.

Gewöhnungsbedürftig war dann AMORPHIS die ein spezielles Akustikset bestehend aus fünf Songs mitgebracht hatten. Sehr ruhig und für meinen Geschmack vielleicht besser im Club aufgehoben als auf einem Festival. Aber danach drehten die Jungs richtig auf. Tommy war auf der Bühne offen fürs Publikum und äußerst gut drauf. Ja, so fett wie das neue Album auf der CD klingt, so kamen Amorphis auch live rüber. GRAVEDIGGER im Anschluss waren trotz später Stunde wieder mal sehr gut gelaunt und ließen mit den Fans den Freitag ausklingen.

Der Samstag beginnt auf den großen Bühnen mit CALLEJON, FEAR FACTORY und den APOKALYPTISCHEN REITERn. Am meisten Pech haben wohl irgendwie LAMB OF GOD. Bei „Walk with me in hell“ fängt es heftig an zu gewittern. Wenn das mal kein Zeichen ist! Pünktlich zum Ende von LAMB OF GOD ist auch der Regen passé. Danach erinnert das Infield wieder an die letzten Wackenjahre. Schlammpfützen und Matsch animieren die besonders gut Gelaunten schnell zum Schlammcatchen. Aber auch die weniger verrückten Metaller müssen jetzt Ihre Gummistiefel doch noch rausholen. Das Chaos auf den Campingplätzen bleibt zum Glück aus; mehr Regen kommt dieses Jahr nicht mehr! ANTHRAX moschen genauso wie DEVILDRIVER schon wieder bei Sonnenschein. Beim Essen zeigt sich dann noch eine moderne Neuerung – eine QR-Code Tafel. Damit lässt sich mit dem Smartphone ein Voting zur Qualität jedes Food-Standes abgeben. Vielleicht führt das ja dazu, dass nächstes Jahr noch besser für das leibliche Wohl gesorgt wird. Über DANZIG hätte man gerne was geschrieben aber Glenn verbietet allen Fotografen das Fotografieren und will damit anscheinend keine PR. Ganz anders ALICE COOPER! Der Mann ist einfach nur sympathisch. Seine aufwendige Show wird von 3 Gitarristen und einem Basser begleitet. Wobei Lead-Gitarristin Orianthi am auffälligsten ist und eine gute Figur neben dem alten Herren macht. Alice Cooper wird von den Fans gefeiert und gibt zusätzlich noch vier Cover-Songs (Break On Through, Revolution, Foxy Lady und My Generation) zum Besten. NIGHTWISH präsentieren sich mit neuer Sängerin Floor Jansen. Sie wird als Session-Musikerin (ehemals bei After Forever) vorgestellt und performt die Songs in einem guten Gleichgewicht. Teilweise opernhafte Gesangspassagen wie von Tarja gewohnt und teilweise typischer Frauen-Metal-Gesang wie Anette. Das 24. W.O.A. wird dann vom LINGUA MORTIS ORCHESTRA feat. RAGE und SUBWAY TO SALLY beendet.

Die volle Personalisierung der Karten für 2014 schreckte die Fans anscheinend nicht ab. Denn die weit gereisten Fans sind wohl noch nicht mal zu Hause angekommen – da sind nach 48h die 75 000 Karten schon wieder ausverkauft. Warum bauen die Jungs überhaupt noch die Bühnen ab? Da kann man gespannt sein was sich die W.O.A.-Macher zum 25. Jährigen Jubiläum an Überraschungen einfallen lassen. Zumindest eins ist sicher – es wird wieder GROßartig! HEAVY METAL! ;-)

Bericht von Volker Schmidt und Mario Kretschmer

Bilder findest Du in der New-Core Galerie

Autor: Pierre
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