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24th
Dec 04

Trail Of Dead

Trail Of Dead-48
EN Köln

Köln, Gebäude 9. And You Will Know Us By The Trail Of Dead haben nicht nur den besten Bandnamen ever, sie machen auch unglaublich gute Musik. Wer sie letztes Jahr auf dem Visions-Festival gesehen hat, wird sich an zerstörte Gitarren erinnern, an das arme Schwein, das ein paar Zähne an eine von der Bühne fliegende Wasserflasche verlor und daran, wie die Band zum Ende von der Stage-Security von der Bühne geleitet wurde. Nun sind die vier Texaner also wieder in Deutschland, um ihr neues Album zu präsentieren, dessen Release von Interscope leider auf den 25.1. verschoben wurde. Da man sich das nicht entgehen lassen sollte, fahre ich also nach Köln ins Gebäude 9. Doch vor Trail Of Dead betreten erst mal Amoco Cadiz die (etwas zu niedrige) Bühne. Eine Punkband mit zwei Sängern und vier Backgroundsängerinnen? Hört sich interessant an. Ist es aber nicht! Amoco Cadiz spielen 80er Punk zwischen Peter And The Test Tube BabieProgresss und Circle Jerks. Diesen Stil kopieren sie gut, allerdings ohne eigene Ideen. Dieses Defizit an eigener Identität können auch die vier Mädels nicht ausbügeln, die zwar sehr nett aber auch irgendwie deplaziert wirken. Dann ist es endlich Zeit für Trail Of Dead. In der Umbaupause dann leichte Irritation. Stehen da zwei Schlagzeuge? Spielen die etwa...? Ja! Trail Of Dead sind gleich mit zwei Drummern angereist. Und das hat sich gelohnt! Nach kurzem Intro starten sie mit dem Opener des neuen Albums und sofort hört man, das die Doppelte Drum-Section keine bloße Spielerei ist. gerade in den typischen langen, groovenden Parts entwickelt die Band, die heute mit Tourbassisten zu fünft auf der Bühne stehen, einen wahnsinnigen Druck, bei dem der Körper sich einfach bewegen will. Beeindruckend ist, wie synchron die beiden Schlagzeuger agieren. Die Drumsticks heben sich wie die Beine von Synchronschwimmerinnen und schmettern dann hernieder. Die größte Bühnenpräsenz hat jedoch Sänger und Gitarrist Conrad Keely, der stellenweise in der einen Hand das Mikro haltend über die Bühne läuft, den Mikroständer hinter sich herschleift und dabei mit der linken Hand weiter Gitarre spielt. Die Playlist bietet eine gute Mischung aus Songs von allen vier Alben. Sowohl die langsamen, epischen Tracks, als auch die schnellen Punkkracher kommen zum Zuge. Letztere werden von Jason Reese gesungen, der dafür seinen Platz am Schlagzeug verlässt. Das schwächste Lied des Abends ist das ruhige, sich auf seine Melodie stützende Another Morning Stoner,. das nach der geballten Rockpower der anderen Songs etwas schwach wirkt. Schließlich ist der Hauptblock zu Ende. Ein Roadie gibt zeichen zum Mischer und die Musik vom band geht an. Keine Zugabe? denke ich enttäuscht. Schnell werden Trail Of Dead-Sprechchöre laut. Und nach einigen Minuten erscheinen die Jungs aus Austin, Texas noch einmal. Man hatte sich offensichtlich bereits am Catering eingefunden, und so werden zunächst einmal die mitgebrachten Brote und Tomaten Richtung Publikum entsorgt. Dann gibt es noch ein Lied als Zugabe, bevor entgültig Schluss ist. Für mich war dies eins der besten Konzerte dieses Jahres. Zwar hielt sich die Band diesmal zurück, keine Gitarren wurden zerschlagen. Lediglich die Hardware der Drumkits wurde ein wenig über die Bühne geworfen und auch das wirkte eher Pflichtbewusst als wie ein spontaner Ausbruch. Aber dennoch gabs hier Rock'n'Roll pur am Werk. Oder, um Keely zu zitieren: 1, 2 fuck you!

Autor: pogofraggle
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