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14th
Aug 06

Rock am Bach

Rock am Bach 05.08.06 Wadern-Nunkirchen, Festplatz ca. 3500 Besucher
EN Wadern-Nunkirchen

Rock am Bach 05.08.06 Wadern-Nunkirchen, Festplatz ca. 3500 Besucher

Rock am Bach 05.08.06 Wadern-Nunkirchen, Festplatz ca. 3500 Besucher

Line-up: CALIBAN; MADSEN; MUFF POTTER, SMOKE BLOW, RANTANPLAN; WATERDOWN; NEUSER; DAYS IN GRIEF, HARDCUT, THE PARACHUTES, THE BIRTHDAY MASSACRE, MAMBO KURT, PUNKROCKKARAOKE,. THE BACKUP DRAMA (REMINDER unplugged), JETHRO, KID CHINO, FRACTICAL ILLUSION

Am vergangenen Samstag fand mal wieder das alljährliche Rock am Bach Festival in Wadern-Nunkirchen statt. Das kleine, aber feine Festival hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und fand in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt.

Auch in diesem Jahr lockten das abwechslungsreiche Line-up und die gemütliche Atmosphäre wieder zahlreiche Besucher ins nördliche Saarland. Nicht nur aus dem Saarland war das überwiegend junge Publikum angereist, sondern auch aus Rheinland-Pfalz, Hessen, NRW und Baden-Würtemberg wurden Autos gesichtet. Das Wetter spielte wider Erwarten auch mit und so schien bei angenehmen Temperaturen den ganzen Tag mehr oder weniger die Sonne. Die günstigen Getränkepreise trugen ihr übriges zur super Stimmung unter den Festivalbesuchern und Bands bei.

Opener auf der Hauptbühne waren THE PARACHUTES aus Neunkirchen, die mit ihrem Screamo/Post-Hardcore-Sound bereits viele Besucher vor die Bühne locken konnten. Kein Wunder, die Jungs haben sich ja mittlerweile auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen exzellenten Ruf erspielt und auch in der Presse überwiegend positive Resonanzen zu ihrer Debut-Scheibe „And i won’t stop until you’ve lost everything you ever loved“ auf dem englischen Label Lockjaw Records erhalten. Auch am Samstag konnten die Parachutes wieder mit einem energischen und rockigen Auftritt überzeugen, auch wenn das Publikum angesichts der frühen Uhrzeit noch etwas zurückhaltend war. Fetten Applaus gab’s trotzdem.

Anschließend sind wir erstmal wieder ans Auto noch ein Bierchen zischen und so hab’ ich HARDCUT nur vom Parkplatz aus gehört. Na ja der New-Metal-Sound der Schmelzer ist nicht so ganz mein Fall, aber das Blackeyed Blond-Cover „Boomerang“ fand’ ich ganz nett.

Zu den Kölnern DAYS IN GRIEF war ich wieder pünktlich vor der Bühne und der Vierer war das erste echte Highlight. Sympathisch und ausgesprochen agil wirbelten sie über die Bühne und überzeugten mit ihrem gelungenen Mix aus Screamo, Metalcore und Punkrock auf ganzer Linie. Im Publikum bildete sich zu Knallern wie „All inside“, „Make noise – the revolution sleeps“ oder „Breathe“ die ersten Moshpits und so ging der Auftritt leider viel zu schnell zu Ende.

Mit den Deutsch-Popern NEUSER kann ich nichts anfangen und so war THE BACKUP DRAMA auf der zweiten kleinen Bühne die nächste Band, die ich mir ansah. Zuvor waren auf der Second Stage bereits die drei Schülerbands Jethro, Kid Chino und Fractical Illusion zu Gange, aber von denen hab’ ich nicht wirklich viel mitbekommen. Hinter The Backup Drama verstecken sich Sänger/Gitarrist Michi und Gitarrist Matze von den Neunkircher Emo-Rockern REMINDER, die einen super Unplugged-Auftritt hinlegten. Die beiden konnten locker beweisen, dass sich die Songs ihrer Band auch unplugged toll anhören und so wurden sie vom begeisterten Publikum abgefeiert.

WATERDOWN aus Osnabrück sah ich zum ersten Mal mit ihrer neuen Platte „All riot“ im Gepäck und auch zum ersten Mal mit ihrem neuen zweiten Sänger Zacken, der nicht nur ein Blickfang auf der Bühne ist, sondern neben den melodischen Parts auch mal ordentlich mit Shouter Ingo mitbrüllen kann. Gespielt wurden neben wenigen alten Songs überwiegend Stücke der neuen Scheibe, von denen mir „Cut the cord“ und „Sleep well“ am besten gefielen. Auch der Rest des Sextetts stürmte die ganze Zeit über die Bühne und zeigte sich wieder sehr spielfreudig und gut gelaunt. Am Schluss gaben sie dann noch den Refused Klassiker „Rather be dead“ zum Besten und da musste auch ich mich dann in den Moshpit stürzen. Klasse Auftritt, der den etwas negativen Eindruck meiner letzten Waterdown-Show mit Aushilfssänger mehr als wett gemacht hat.

Auf der kleinen Bühne ging es in der Zwischenzeit weiter mit der PUNKROCKKARAOKE, die sich zu einem weiteren Highlight entwickeln sollte. Punkrockkaraoke mit Liveband ist echt ein super Einfall, den die drei Jungs von Everest da hatten, und sollte auf jedem Festival stattfinden. Zu Hits von Bands wie Turbonegro, The Hives, Beatsteaks oder Blink 182 durften verschiedene Sänger und Sängerinnen aus dem Publikum auf die Bühne und ihr Gesangstalent testen. Je schräger, desto mehr wurden sie abgefeiert. Super Sache das Ganze und wirklich weiterzuempfehlen.

Die Hamburger Ska-Punks RANTANPLAN haben nur noch ein Originalmitglied in ihren Reihen und konnten mich so gar nicht mitreißen. Obwohl relativ viele alte Klassiker gespielt wurden, wollte bei mir nicht so recht Stimmung aufkommen. Die haben ihre guten Zeiten meiner Meinung nach lange hinter sich und sollten sich lieber auflösen.

SMOKE BLOW aus Kiel kannte ich nur dem Namen nach und live wussten die Herren mit ihrem rauen und rotzigen Punkrock voll zu überzeugen. Gute Liveband, die ich mir gerne wieder ansehen werde.

Die lebende Heimorgel-Legende MAMBO KURT coverte sich eigenwillig durch die Rockgeschichte und verbreitete dabei eine Menge Spaß und gute Laune. Höhepunkt war wohl die Polonaise vor der kleinen Bühne. Ganz schön eigenwillig und abgefahren der Herr, aber auch so genial. Den werde ich mir das nächste Mal auf jeden Fall mal in ganzer Konzertlänge gönnen.

MUFF POTTER waren dann auf der Hauptbühne an der Reihe und überzeugten mit einer soliden, wenn auch nicht überragenden Show. Leider wurden fast ausschließlich Songs der letzten beiden Alben gespielt. Einzig „Take a run at the sun“ von der Bordsteinkantengeschichten war etwas älter. Songs wie „Placebo Domingo“, „Wecker tickt“, „Punkt 9“ oder „Alles nur geklaut“ sind natürlich auch verdammte Hits, trotzdem hätte ich mir zumindest noch „100 Kilo“ oder „Kleine Welt“ gewünscht. Na ja man kann nicht alles haben und die Stimmung im Pit war auch so großartig.. Nach „Wir sitzen so vorm Molotow“ gingen Nagel und Co dann leider viel zu früh von der Bühne, da hätte ich gerne noch zwei, drei Zugaben gehört. Im Anschluss hat mich meine gute Freundin Karin R. solange genervt bis ich ihr versprochen habe, ein Kommentar von ihr in meinen Bericht zu schreiben. Ohne lang herumzureden: Karin, ich habe keine Ahnung wie ich deinen Kommentar hier irgendwie einbauen soll, deshalb kurz und knapp: Zitat Karin R. „De Dennis von Muff Potter ist ’ne geile Sau.“ Ach ja die Corinna hat das auch gemeint. ?

Nun aber zurück zu Rock am Bach. Auf der kleinen Bühne folgte der Headliner THE BIRTHDAY MASSACRE aus Toronto, Kanada. Gothic-Rock mit Metalanleihen, Sängerin und verdammt viel Schminke im Gesicht. Waren wider Erwarten aber doch ganz cool.

Co-Headliner auf der Hauptbühne waren MADSEN, die vor allem das jüngere Publikum begeistern konnten und neben vielen Songs ihres Debuts auch einige Lieder ihrer dieser Tage erscheinenden neuen Platte spielten. Ich feierte lieber im hinteren Teil des Geländes mit einigen Freunden und bekam deshalb nicht soviel von Madsen mit. Gegen Ende haben sie noch „Roots bloody roots“ von Sepultura gecovert, was wirklich gar nicht ins sonstige Programm der Band gepasst hat.
Headliner war dann das Ruhrpott Metal-Mosh Monster CALIBAN. Der Moshpit war unglaublich und bereits beim dritten oder vierten Song gab’s eine gewaltige Wall of Death. Die Metalcore Kids waren echt am ausflippen und feierten ihre Helden ab. Ich kann der Band ja nicht soviel abgewinnen, aber war auf jeden Fall einer der besseren Auftritte die ich bisher von Caliban gesehen habe.

Im Anschluss feierte ich noch mit Michi von Reminder und einigen Kollegen eine unglaublich witzige und anstrengende Aftershow-Party bis es hell wurde. Als mein Fahrer dann endlich gegen 6:45 Uhr wach wurde und heim gefahren ist, ging das diesjährige Rock am Bach Festival auch für mich zu Ende. Danke Jungs für die beste Aftershow-Party seit langem.

Dickes Lob an die Veranstalter und die zahlreichen freiwilligen Helfer. Rock am Bach war dieses Jahr noch besser als in den vergangenen Jahren. Von der Organisation über die Bands, die Stimmung bis zum super Wetter hat echt alles gepasst. Spätestens seit diesem Jahr hat sich das Rock am Bach Open Air zu einem der besten kleineren Festivals im Südwesten unserer Republik entwickelt und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr.

Die Fotos vom Rock am Bach Festival findet ihr in unserer NC Picture Gallery.

Autor: Zechi
Magazine established by Pierre Brost in 2003 with Michael Hohmann
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