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11th
Aug 05

Rock am Bach 05

Rock am Bach Open Air
EN Wadern-Nunkirchen

Rock am Bach Open Air, Wadern-Nunkirchen, Festplatz (ca. 2000 Besucher)

Am vergangenen Samstag fand das 7. Rock am Bach Festival in Wadern-Nunkirchen statt und nachdem es mir im letzten Jahr ganz ausgezeichnet auf dem kleinen, aber feinen Festival gefallen hatte, war ich in diesem Jahr natürlich wieder da. Das Line-up hatte auch am Samstag wieder einiges zu bieten und so wurde ich auch in diesem Jahr nicht enttäuscht.

Als wir in Nunkirchen ankommen ist schon ganz ordentlich was los und es beginnen gerade die Ska-Punks NO AUTHORITY ihr Set. Die beiden lokalen Opener CRASH MY DEVILLE und ABSENT MINDED haben wir also schon mal leider verpasst. Vor dem Eingang treffe ich dann auch noch einige Bekannte mit denen natürlich erst mal noch gelabert wird. Die letzten Biervorräte werden noch gemeinsam vernichtet, bevor wir dann das Gelände betreten. No Authority hörten sich von weitem auf jeden Fall ganz ordentlich an;

Weiter ging’s mit der härtesten Band des Tages DESTINY, die fetten Metalcore spielen und das nicht einmal schlecht. Am besten gefallen mir immer noch die beiden Songs „Your diary“ und natürlich „Passing moments“, wobei mir bei Destiny auf Dauer ein bisschen die Abwechselung und der Wiedererkennungswert fehlt. Das zu diesem Zeitpunkt noch relativ junge Publikum konnte mit Destiny leider größtenteils nicht viel anfangen und blieb auffallend zurückhaltend.

Ganz anders war die Stimmung dann bei den Bonner Emocore/Screamo Newcomern FIRE IN THE ATTIC. Es gab schon mal ganz ordentlich Bewegung im Pit und auch die Band zeigte sich mal wieder sehr spielfreudig und agil auf der Bühne. Auch wenn viele meiner Kumpel Fire in the attic nicht so wirklich leiden können, muss ich sagen: der Sound ist zwar nicht super originell, aber die Bonner machen ihre Sache echt nicht schlecht, haben durchaus Hitpotential und sind live einfach sehr mitreissend. Gespielt wurden vor allem die Songs der aktuellen Platte „Crush/Rebuild“, aber auch die Hits der ersten EP wie das fantastische „Decision and action“. Hat Spass gemacht.

Die Holländer FACE TOMORROW waren die Nächsten und für mich die positive Überraschung des Festivals. Waren die beiden Scheiben „For who you are“ und „The closer you get“ schon nicht schlecht, so kann ich nur sagen live geht da noch einiges mehr. Face Tomorrow spielen Post-Hardcore/Indie-Rock/Emo, der mich gelegentlich etwas an die melodischen Momente von Boy sets fire erinnert. Ihren Ruf als ausgezeichnete Live-Band, der ihnen voraus eilt, kann ich nur bestätigen. Der Auftritt war echt cool und noch um einiges rockiger und energiereicher als auf Platte. Alle Hits wie „Worth the wait“, „All you do“ und natürlich das absolute fantastische „Sign up“ wurden gespielt und die Band zu Recht vom Publikum abgefeiert.

Von TURBOSTAAT habe ich leider nur die Hälfte mitbekommen, da ich mal wieder etwas Essen und Trinken musste und ich außerdem noch einige Probleme mit meiner neuen Digicam hatte. Im Endeffekt waren die Batterien leer und die Ersatzbatterien, die ich extra mitgenommen hatte, haben auch nicht funktioniert. Deshalb gibt’s dann auch nur Fotos von Destiny, Fire in the attic und Face Tomorrow in der Picture Gallery zu sehen. Die Songs, die ich von Turbostaat gesehen habe, waren gut und mir hat der Auftritt noch um einiges besser gefallen als beim letzten Mal in der Saarbrücker Garage.

Weiter im Programm ging es mit den Aachenern PALE, die mal wieder eine sehr gute Show spielten, die mir nur leider viel zu kurz vorkam. Mit „Sometimes somwhere“ legten sie sofort gut los und so spielten sie neben den Hits ihrer letzten Platte „How to survive change“ auch ein paar ältere und neuere Stücke. Indie/Emo-Rock der absoluten Spitzenklasse und ich bin echt mal auf die neue Platte gespannt, die doch eigentlich in absehbarer Zeit endlich erscheinen müsste. Gegen Ende wurde auch noch ihr Disco-Smasher „Goodbye trouble“ zum Besten gegeben und so bleibt mein einziger Kritikpunkt die zu kurze Spielzeit.

Als dann die alten Säcke von den SPERMBIRDS die Bühne betreten, ist der Altersschnitt auch vor der Bühne deutlich nach oben gegangen. Bevor sie loslegten wurden alle Anwesenden noch zum 20jährigen Bandjubiläum am 29.12.05 in Kaiserslautern eingeladen, was dort mit einer großen Party und Konzert gefeiert werden wird. Es geht mit „Americans are cool“, „Set an example“ und „Common thread“ sofort zur Sache und im Pit tummeln sich so ziemlich alle Altersklassen von 14 bis Mitte 30. Die Spermbirds spielen ein cooles Set mit alten Klassikern wie „Nothing is easy“, „Texas Cowboy“, „Another dead friendship“ oder „Only a phase“ und zahlreichen Songs der aktuellen Platte “Set an example” wie z.B. „Hate me“, „Knifethrower“ oder „Never be sorry again“. Das Publikum war gut aufgelegt und auch ich stürzte mich zwischendurch immer wieder ins Getümmel. Auch nach 20 Jahren sind die Spermbirds immer noch eine klasse Live Band, was natürlich nicht zuletzt am außergewöhnlichen Frontmann Lee Hollis liegt. Hardcore/Punk wie es ihn heute leider viel zu selten noch gibt. Gegen Ende des Sets spielten die Lauterer auch noch einen meiner Lieblingshits „You’re not a punk“, bevor sie kurz verschwanden, um dann doch noch schnell zwei Zugaben zum Besten zu geben. Beim Agent Orange Cover „Bloodstains“ und dem abschliessenden Überhit „Try again“ gaben dann sowohl Band als auch Publikum noch einmal alles. Klasse Auftritt auch wenn ich gerne noch „Something to prove“ und „My god rides a skateboard“ gehört hätte.

Zum Abschluss kamen dann noch die DONOTS aus Rockcity Ibbenbühren. Mein Fall sind sie ja in den letzten Jahren nicht mehr so, aber live sind sie immer noch ganz nett anzusehen. Die neueren Stücke kenne ich zwar nicht wirklich, aber im Laufe ihrer Karriere haben sie doch schon einige Hits angesammelt. Das Twisted Sister Cover „We’re not gonna take it“ wurde ebenfalls gespielt und die Kids gingen vorne ganz ordentlich ab, während ich lieber noch das ein oder andere Bier trank und mich mit Bekannten unterhielt. 3 Zugaben gab’s am Ende noch, darunter „What ever happened to the 80’s“. Solide Show der Donots, auch wenn sie für mich eher Hintergrundmucke waren.

Alles in allem war das 7. Rock am Bach Festival aus meiner Sicht wieder eine sehr gelungene Veranstaltung. Das Wetter hat auch gehalten und am Nachmittag schien sogar eine ganze Zeit die Sonne. Nur gegen Abend wurde es ganz schön frisch. Die Bandauswahl war sehr gelungen und vor allem die Spermbirds, Pale und Face Tomorrow waren meine persönlichen Highlights. Organisation und Preise waren ebenfalls wieder top, also ein dickes, dickes Lob an den Veranstalter Nico und seine Crew mitsamt den zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Bis nächstes Jahr!

Autor: Zechi
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