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06th
Sep 04

Rock am Bach

Rock am Bach-40
EN Wadern-Nunkirchen

Wadern-Nunkirchen, Festplatz (ca.1700 Besucher)

Mit: The Distillers, Rantanplan, ZSK, Sommerset, Three Minute Poetry, Brainless Wankers, De Heideroosjes, Enter the Phoenix, Reminder

Die Fahrt nach Nunkirchen dauerte erst einmal länger als erwartet, da wir außer unserem Einfall, dass das irgendwo im Nordsaarland ist, keine genauere Ahnung hatten. Nach eineinhalb Stunden hatten wir es dann aber doch irgendwann gefunden und die 3 ersten Pils auf nüchternen Magen trugen ihr übriges zu meiner guten Laune bei. Das Wetter war zwar zumindest am Anfang noch nicht so prall, aber im Laufe des Tages kam sogar zeitweise noch die Sonne raus. Das Gelände war echt geil und es gab neben mehreren Essensständen auch einige Plattenstände und vor allem auch einen geilen Backstage Bereich mit Zelten und einem Teich.

Den Anfang machten dann die Jungs von Reminder aus Neunkirchen. Da bei diesen seit kurzem mein Kumpel Thomas (Ex-nnp) Schlagzeug spielt und ich die Band noch nicht live gesehen hatte, war ich doch ziemlich gespannt auf ihren Auftritt. Sie boten neben einigen Songs ihres Debut-Albums „Astounding stories in stereo“ auch einige neue Songs und konnten mit ihrem rockigen Emo-Sound voll überzeugen. Das ganze erinnerte mich irgendwie etwas an die Aachener Pale. Also Reminder auf jeden Fall im Auge behalten, da geht noch einiges.

Enter the Phoenix verpasste ich dann, da es nun etwas mehr regnete und mich ihr Sound auch nicht genug ansprach, um meinen Regenunterschlupf zu verlassen. Außerdem musste ich erst einmal was essen, um bei Kräften zu bleiben.

Die nächsten waren dann schon De Heideroosjes, da sie am Abend noch einen zweiten Gig hatten und deshalb vorgezogen wurden. Das Publikum ging direkt ganz gut mit und so lieferten die Holländer eine wirklich gute Punkrock Show. Vor allem die Ansagen des Sängers waren sehr unterhaltsam und so rockten sie sich durch 14 Jahre Bandgeschichte. Als Zugabe gab’s noch den Song „Wurst und Käse“, der die Rivalität zwischen Deutschen und Holländern zum Thema hat. Doch die Heideroosjes haben mir dieses Mal wesentlich besser gefallen als beim letzten Mal.

Weiter ging es mit den Berliner Ska-Punkern Brainless Wankers. Abgesehen von ihrem dämlichen Namen sind die auch musikalisch nicht so ganz mein Fall, auch wenn sie mit „All Riot“ einen formidablen Hit am Start haben.

Deshalb schnell weiter mit den Wuppertalern Three Minute Poetry, die wie immer ordentlich gerockt haben. Jetzt kam sogar etwas die Sonne raus und so wurden neben einigen alten Hits vor allem Songs ihrer neuen Platte „We’re gonna need a bigger boat“, die am 27.09.04 auf Eat the Beat Music erscheint und die es bei Rock am Bach zum ersten Mal vorab zu kaufen gab, gespielt. Am Ende spielten sie noch ihren Überhit „Over it“ und ich musste mich schnell noch um Getränkenachschub bemühen bevor es weiter gehen konnte.

Nun kamen meine Favoriten des Abends, die fantastischen Sommerset aus Neuseeland. Live wie immer eine Macht, stellten sie vor allem Songs ihrer neuen Platte „Say what you want“ vor, wobei mir der gleichnamige Titelsong und die erste Single „Inside“ am besten abgingen. Die neuen Songs sind insgesamt etwas rockiger als auf dem Vorgänger „Fast cars, slow guitars“, aber nichtsdestotrotz spielen Sommerset einfach verdammt geilen mitreissenden emotionalen Punkrock. Backstage erwiesen sich die Jungs auch als sehr nette und vor allem trinkfeste Truppe, wovon der Thomas von Reminder ein Lied singen kann.

Als nächstes enterten dann die Berliner Skate-/Politpunks von ZSK die Bühne. Sie bieten sehr flotte und melodische Punkrocksongs mal mit deutschen, mal mit englischen Texten. Ältere Songs wie „Küsst die Faschisten“ oder „Riot Radio“ wurden ebenso dargeboten wie neue Songs des demnächst erscheinenden Album „From protest to resistance“. Die Musik von ZSK ist zwar nicht so wirklich mein Fall und die Ansagen gegen Nazis, Bullen, ... kamen auch ziemlich plakativ rüber, aber wenigstens vertreten sie klare Ansichten und für mich sind ZSK so etwas wie die legitimen Nachfolger von Wizo, deren neue Platte mit Sicherheit nicht halb so gut wird wie die der Berliner.

Die Hamburger Ska-Punks Rantanplan boten im Anschluss einen soliden Auftritt mit zahlreichen alten Hits der ersten beiden Platten und sorgten vor der Bühne für eine ordentliche Party. Auch wenn von der Originalbesetzung nur noch der eine Sänger/Gitarist und der Drummer dabei sind, war die Show ok und auch die neue Scheibe „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ gefällt mir um einiges besser als die „Samba“, auch wenn sie nicht ganz die Qualität der ersten beiden Platten erreicht.

Den krönenden Abschluss des Festivals bildeten dann The Distillers um Frontfrau Brody Dalle (Ex-Frau von Rancid Sänger Tim Armstrong). Los ging es mit „Die on a rope“ von der aktuellen Scheibe „coral fang“ und weiter ging es rund eine Stunde lang mit allerfeinstem rotzigem Punkrock mit der einzigartigen rauen Stimme von Sängerin Brody. Geboten wurden Hits aus allen Schaffensphasen der Band wie das fantastische „City of Angels“ oder die aktuelle Single „Drain the blood“ gegen Ende des Sets. Das Publikum feierte sie verdient ab und gab noch einmal sein Bestes, bevor nach etwa einer Stunde leider schon recht früh Schluss war.

Das war also das diesjährige Rock am Bach Festival und da hat von den Bands, über das Gelände, die Organisation und die günstigen Preise einfach alles gestimmt. Das Wetter hätte natürlich gerne noch ein bisschen besser sein können, aber man kann eben nicht immer alles haben. Die familiäre Atmosphäre auf dem Gelände war wirklich klasse und so freue ich mich schon auf das nächste Jahr. Alle sonstigen Infos gibt es unter www.rab-festival.de

Fotos von Rock am Bach gibt es in der NC Picture Gallery und zwar hier

Autor: Zechi
Magazine established by Pierre Brost in 2003 with Michael Hohmann
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