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08th
Oct 07

Rocco del Schlacko

Rocco del Schlacko 24/25.08.2007
EN Püttlingen Saar

Rocco del Schlacko 24/25.08.2007

1.Tag ca. 10.000 Besucher, 2.Tag: ca. 9.500 Besucher
Freitag 24.08.2007Beatsteaks, and you will know us by the trail of dead, Das Pop, Turbostaat, Ohrbooten, Second Monday, Eyesight, Blind AlleyNachdem die achte Ausgabe des Rocco del Schlacko Festivals im letzten Jahr unter furchtbar schlechtem Wetter zu leiden hatte und das Festival sogar kurzzeitig vor dem Aus stand, wurde die neunte Auflage des Festivals am letzten August-Wochenende wieder ein voller Erfolg. Der Wettergott sorgte für strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um 25°C für die passende Festivalatmosphäre und die Bands trugen ihr übriges dazu bei, dass an beiden Tagen zusammen rund 19.5000 Besucher den Weg auf den Sauwasen in Püttlingen-Köllerbach fanden. Die Zeltbühne aus dem letzten Jahr wurde diesmal weggelassen und so konnte man sich ganz den Bands auf der Hauptbühne widmen bzw. sich auf der Wiese ausruhen.

Opener am ersten Tag waren BLIND ALLEY, die sich in einem Voting zuvor durchgesetzt hatten. Wir kamen allerdings von der falschen Seite zum Sauwasen, so dass wir erstmal durch den Wald komplett einmal um das ganze Gelände laufen mussten. „Sunday bloody Sunday“ von U2 wurde noch gecovert, aber ansonsten hab ich von denen nicht viel mitbekommen. Die Beckinger Punkrocker EYESIGHT waren als nächstes dran und auch sie hatten am frühen Freitagmittag keine leichte Aufgabe. Sie spielten vor allem die Songs ihrer aktuellen Scheibe „Simplify our life“, aber das erst spärliche anwesende Publikum tummelte sich lieber auf der Wiese und genoss das überraschend gute Wetter.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Die Engländer SECOND MONDAY hatte ich bereits einige Tage zuvor als Support für The Draft gesehen und wie schon bei der Clubshow zeigten sich die jungen Engländer wieder sehr spielfreudig. Rockiger, gut nach vorne gehender, manchmal auch etwas vertrackter Emo-Core/Post-Hardcore von Jungs um die 20 Jahre. Stimmung wollte leider noch nicht so richtig aufkommen, aber so langsam begann sich das Gelände zu füllen.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Es folgte die Berliner Reggaeband OHRBOOTEN, die zwar nicht ganz ins Programm passten, aber trotzdem relativ viele Leute vor die Bühne zogen. Bei dem super Wetter passte ihr relaxter Sound aber auch ganz gut auf’s Rocco und sorgte für gute Laune und entspannte Atmosphäre auf dem Gelände.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Richtig voll vor der Bühne wurde es zum ersten Mal bei den Flensburger Durchstartern TURBOSTAAT, die ihre neue, inzwischen dritte Scheibe „Vormann Leiss“ vorstellten. Die fünf Flensburger machten ihre Sache mehr als gut und spielten einen bunten Mix aus bekannten Stücken der ersten beiden Alben und auch vielen neuen Songs wie z.B. den genialen Opener „Harm Rochel“ zu dem die Jungs auch einen Videoclip gedreht haben oder das bereits von der gleichnamigen Single bekannte „Haubentaucherwelpen“. Mit ihrem emotionalen Punkrock und ihren ganz eigenen Texten brachten sie die Crowd zum ersten Mal zum Kochen und sorgten für jede Menge Pogo und Crowdsurfing.

 

Vor der Bühne wurde es dann wieder schlagartig leerer und es folgten die Belgier DAS POP, die ich mir aber nicht weiter ansah, stattdessen wurde es mit zunehmender Dunkelheit immer schwerer meine Leute zu finden. Aber da ich alle paar Meter irgendjemanden kannte, wurde viel gelabert und Bier getrunken.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Die Texaner AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD aus Austin sah ich zum ersten Mal und ich war schon ziemlich gespannt. Mit zwei Schlagzeugen!!!, drei Gitarren, einem Keyboard und einem Bass war die Instrumentierung schon mal nicht ganz Alltäglich. Zudem steuerten mehrere Bandmitglieder Vocals bei und so feuerten die Herren eine beeindruckende Show ab. Es herrschte viel Bewegung auf und vor der Bühne und obwohl Trail of Dead nicht gerade leicht verdauliche Musik machen mit ihrem progressivem, noisigen Indie-Rock. Die Show hat mir echt gut gefallen, auch wenn ich eine etwas andere Songauswahl vorgenommen hätte, denn einige meiner absoluten Lieblingssongs der Band haben sie leider nicht gespielt. Gegen Ende eskalierten die Jungs noch ein bisschen auf der Bühne und so flog u.a. noch das Schlagzeug vom Podest.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Höhepunkt des Abends waren dann die Berliner Superstars BEATSTEAKS, die die Veranstalter nach jahrelangen vergeblichen Versuchen in diesem Jahr endlich mal zum Rocco holen konnten und auf die wohl alle der rund 10.000 Besucher gewartet hatten. Zunächst dann erstmal Ernüchterung. Vorne im Pit war es dermaßen voll, dass schon beim ersten Song so viele Leute hinfielen, so dass die Band das Stück erstmal abbrach. Das Ganze wiederholte sich noch zwei-, dreimal, aber nach ein paar Songs ging es dann ohne Unterbrechungen weiter und so spielten sich die Berliner vor allem durch die zahlreichen Hits der letzten Platten wie z.B. „Hand in hand“, „Cut of the top“ oder „I don’t care as long as you sing“. Ich hätte mir noch ein paar mehr ältere Songs gewünscht, aber auch so sorgten die Beatsteaks für mächtig Stimmung. Gegen Ende des Sets wurde „Frieda und die Bomben“ mit Unterstützung von Turbostaat-Frontmann Jan und auch noch „Let me in“ zum Besten gegeben. Im Pit war von Anfang bis Ende die Hölle los, aber etwa nach der Hälfte des Sets begab ich mich etwas weiter nach hinten und sah mir die Band dann vom Rand der Menge aus an. War auf jeden Fall mal wieder ein gelungener Auftritt der Beatsteaks, auch wenn ich sie auch schon besser gesehen habe.Die Fotos vom ersten Tag findet ihr wie immer in unserer Picture Gallery.


2.Tag Samstag ca. 9.500 Besucher
Sportfreunde Stiller, Millencolin, The Lost Patrol Band, The Films, Roman Fischer, Julia, Aqua Ardens, Casino Zero


Pic by Zechi (New-Core.de)

Der zweite Tag begann für uns mit meinen Freunden von AQUA ARDENS. Die vier Saarbrücker spielen hervorragenden Indie-Noise-Rock und wussten auch auf der großen Rocco-Bühne zu gefallen. Live wie immer eine Bank, aber bei Knallern wie den von der Debut-EP bekannten „Krautrock“ oder „This is forever“ oder den zahlreichen neueren Songs wie „Ambivalent symphony“ oder „The queen“ auch kein Wunder. Die Jungs haben wirklich enormes Potential und bewegen sich mit ihrer Musik im Spannungsfeld von Bands wie And you will know us by the trail of dead, Cursive, Starmarket und Bloc Party. Vor der Bühne wird es schnell etwas voller und auch am Merchstand wird im Laufe des Tages noch einiges an den Mann bzw. die Frau gebracht.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Die folgenden Österreicher JULIA waren so schlecht wie es der Name vermuten lässt. Ein billiger Abklatsch von Billy Talent mit denen sie auch schon auf Tour waren. Sorry hat mich nicht weiter berührt. Auch die lahme deutsche Pop-Musik von ROMAN FISCHER und seiner Band juckte mich nicht und so saßen wir lieber auf der Wiese und tranken ein paar Bier und machten Späßchen.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Das Trio THE FILMS aus Charleston in South Carloina (USA) präsentierte ihr Debutalbum „Don’t dance rattlesnake“ und gefiel mir dabei wieder um einiges besser als die beiden Bands zuvor. Mit guten Songs wie „Belt loops“, „Black shoes“ oder „Being bored“ erinnerten mich die drei Amis an Bands wie The Strokes, Mando Dia oder die Kooks. Vor der Bühne wurde es jetzt auch langsam richtig voll, wie sich auch das gesamte Festivalgelände zusehends füllte.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Danach dann mein Highlight des Tages, die schwedischen Retro-Pop-Punks THE LOST PATROL BAND um den charismatischen Frontmann Dennis Lyxzén (Ex-Refused, The (International) Noise Conspiracy). Die Vier zeigten sich enorm spielfreudig und lieferten ein richtig gutes Set ab. Der Schwerpunkt lag bei den Songs der beiden Longplayer „Automatic“ und dem selbst betitelten ersten Album. Insbesondere die Songs der letzten Platte wie „Golden times“, „City of dead“, „I don’t understand“ oder das abschließende „Automatic kids“ wurden ordentlich abgefeiert. Im Pit kam zum ersten Mal für heute so richtig Bewegung auf. Es wurde getanzt, gepogt und von hinten kamen immer mehr Crowdsurfer über die Köpfe gerollt. Die Band und vor allem Dennis zeigten, dass sie richtig Spaß hatten, zwischen den Songs gab es immer wieder sehr sympathische Ansagen und das Publikum feierte sie verdientermaßen ab. Für mich waren The Lost Patrol Band auf jeden Fall ganz klar der Höhepunkt des Tages.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Mit den schwedischen Melodycore Helden MILLENCOLIN folgte dann eine meiner Lieblingsbands von vor 10 Jahren. Vor der Bühne wurde es nun brechend voll und als nach ewig langer Umbaupause endlich die Band die Bühne betrat, brach die Hölle los. Der Pit war riesig und die Crowdsurfer kamen im Sekundentakt nach vorne. Leider war der Sound total grottig und die Band beschränkte sich vor allem auf Songs der letzten beiden Platten. Vom Gesang war fast gar nichts zu hören und so brauchte ich oft ewig bis ich erstmal die Songs erkannte. Der guten Laune im Publikum schien das keinen Abbruch zu tun und so ging es zumindest vor der Bühne richtig gut ab. Zwischendurch spielten die Sdchweden dann doch immer mal wieder einige Klassiker und als gegen Ende dann noch „Mr. Clean“ zum Besten gegeben wurde, wurden noch einmal die letzten Reserven mobilisiert.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Im Anschluss ab zum Bierstand und Flüssigkeit nachtanken. Die Münchner Echo-Gewinner, WM-Hymnen-Schreiber und was weiß ich noch alles SPORTFREUNDE STILLER hab ich dann nur noch vom hinteren Teil des Festivals gesehen. Obwohl ich nicht eine einzige CD der Band besitze, kannte ich echt fast jeden Song. Zu Beginn wurde mit der aktuellen Single „Alles Roger“ losgelegt und die Menge feierte ihre Hits wie „Wunderbaren Jahren“, „Ein Kompliment“ oder „Ich, Roque!“ ab. Ich kann denen ja nicht viel abgewinnen und die dämlichen Ansagen von Sänger Peter gingen mir wie auch schon bei den beiden zuvor besuchten Festivalauftritten der Sportfreunde ziemlich auf die Nerven. Stattdessen machten wir lieber vor dem Merchstand von Aqua Ardens Party und gegen Ende des Sets machten wir uns dann auf den Heimweg. Von weitem hab ich dann auch noch ihre WM-Hymne gehört, was dann wohl der verdiente Abschluss des diesjährigen Rocco del Schlacko festivals darstellte.


Pic by Zechi (New-Core.de)

Fotos vom zweiten Tag des Rocco del Schlacko Festivals könnt ihr euch natürlich auch in unserer Picture Gallery ansehen.
Nach dem schlechten Wetter im letzten Jahr und den damit verbundenen relativ geringen Besucherzahlen, war die neunte Auflage mit rund 19.500 Besuchern an beiden Tagen zusammen ein voller Erfolg und das bisher bestbesuchte Rocco. Meine Highlights waren am ersten Tag die Beatsteaks, Trail of dead und Turbostaat und am zweiten The Lost Patrol Band und Aqua Ardens. Der Sauwasen als Location ist bei gutem Wetter wie in diesem Jahr einfach herrlich und für das 10-jährige Jubiläum im nächsten Jahr werden sich die Veranstalter um Thilo Ziegler und Björn Gehl sicher wieder einiges einfallen lassen. Eine Anregung meinerseits wäre noch ein zweiter Eingang auf der anderen Seite des Festivals, damit die Leute, die von dieser Seite her kommen nicht ewig um das gesamte Gelände laufen müssen, was vor allem auf dem Rückweg im Dunkeln echt mies war. Ansonsten dürften gerne auch noch ein paar härtere Bands spielen. Man sieht sich im nächsten Jahr zum Jubiläum. Mehr Infos zum Festival findet ihr unter www.rdels.de

Autor: Zechi
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