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01st
Jun 05

Rocco del Schlacko 05

Rocco del Schlacko Open Air 2005
EN Püttlingen-Kollerbach

Rocco del Schlacko Open Air 2005 Püttlingen-Kollerbach; Köllner Platz (ca. 6.500 Besucher) Bands: Wir sind Helden, Moneybrother, Slut, Biffy Clyro, Muff Potter, Koufax, Reminder, Greedy Bees und Crash my Deville

Am Pfingstsonntag fand in Püttlingen-Köllerbach das 7. Rocco del Schlacko Open Air statt. Nachdem es am Tag zuvor nur geregnet hatte, war ich schon auf das Schlimmst vorbereitet, aber der Wettergott hatte wie schon in den vergangenen beiden Jahren ein Herz für’s Rocco und so sollte auch in diesem Jahr wieder die Sonne scheinen. Das Line-up war im Vergleich zu den vergangenen Jahren echt nicht so mein Fall, aber da das Rocco sein ganz eigenes Flair besitzt, war ich natürlich wie jedes Jahr am Start. Die Getränkepreise waren wie immer sehr günstig, was dann aber natürlich auch zu vermehrtem Alkoholkonsum verführt und so gab es mal wieder massig Besoffene, vorzugsweise mit Jägermeisterhüten, die es von einem Promo Team gab. Der Einlass war im Gegensatz zum letzten Jahr sehr zügig und klappte soweit ich das mitbekommen habe problemlos. Da hat das Veranstalter-Team wirklich aus den Fehlern beim letzten Mal gelernt.

CRASH MY DEVILLE waren der Opener und mussten schon gegen 15 Uhr ran. Ich verpasste die Jungs leider, da mein Name wie jedes Jahr nicht auf einer der zahlreichen Presse/Gästelisten zu finden war und ich erst Mal meinen Einlass klären musste. Hoffe, das klappt dann endlich mal im nächsten Jahr auf Anhieb. Der Screamo Sound der Lebacher hörte sich von draußen auf jeden Fall ganz gut an und ich bin mal gespannt, wann ich es endlich Mal schaffe Crash my Deville live zu sehen.

Als ich endlich reinkomme ist es doch schon Recht voll und ich bin erst Mal geschockt, dass das Publikum dieses Jahr noch jünger ist als im letzten Jahr (Ja, vielleicht liegt es auch daran, dass ich immer älter werde.) War auf jeden Fall ziemlich froh, dass sich das Altersverhältnis im Laufe des Tages noch ein wenig in Richtung meiner Altersklasse verschieben sollte. Die Ska Punks von GREEDY BEES machten ihre Sache ganz gut und hatten wohl auch einige Fans dabei, aber mit Ska Punk gibt’s bei mir keinen Blumentopf zu gewinnen. War dafür aber noch ganz ok.

REMINDER aus Neunkirchen waren dann die letzten der lokalen Opener und machten ihre Sache richtig gut. In bester Pale/Ambrose Tradition spielen Reminder flotten, aber niemals zu glatten Emo-Rock und konnten das Publikum auf Anhieb begeistern und mitziehen. Sie gaben in einer viel zu kurzen halben Stunde zahlreiche neue Stücke und die Hits des Debut Albums „Astounding Stories in Stereo“ (NK Rock-City Records) wie „Hero of our neighbourhood“ zum Besten. Die Menge tanzte und rockte munter mit und einmal angefangen ließen sich viele sogar zum rhythmischen Mitklatschen animieren. Mit dem wunderbaren „I’m sorry, but the princess is in another castle“ war dann leider viel zu schnell Schluss. Reminder haben klar bewiesen, dass sie es auch verstehen eine so große Bühne zu rocken und von den Vieren wird man in Zukunft wohl auch auf nationaler Ebene noch einiges hören. Zu gönnen wäre es ihnen auf jeden Fall. Danach ab zum Bierstand und warten auf Koufax.

KOUFAX aus Detroit kamen im Anschluss auf die Bühne und spielten ihre eher ruhigen Indie/Pop/No Wave Songs runter. War mir persönlich zu ruhig und nicht mehr als nette unaufdringliche Hintergrundmusik zum Biertrinken.

MUFF POTTER aus Münster waren die Nächsten und sie sind die erste Band, die zum zweiten Mal beim Rocco spielt. Los ging’s mit einem neuen Stück, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, direkt gefolgt vom Opener der „Bordsteinkantengeschichten“ „Take a run at the sun“. Die Menge divte und pogte und die Potters rockzten ebenfalls mal wieder mächtig. Sie spielten überwiegend Songs der letzten Platte „Heute wird gewonnen bitte“ wie „Young until i die“ oder „Die etwas öde Ballade der Tristessa M.“. Dazu gab es noch einige coole neue Songs wie „Punkt 9“ der demnächst erscheinenden neuen Scheibe. Leider wurden kaum ältere Songs gespielt, noch nicht mal ihren Hit „100 kilo“, dafür war bei beim fantastischen „Placebo Domingo“ die Hölle los im Pit. Das Publikum war ziemlich durchmischt und da gab es schon ganz schön komische Dinge zu bestaunen. Direkt neben mir standen da z.B. zwei junge Mädchen, die zwischen den Songs jedes Mal hysterisch anfingen zu kreischen als wäre da oben auf der Bühne Britney Spears oder Robbie Williams zu sehen. Hat eigentlich nur noch gefehlt, dass die in Ohnmacht fallen. Als letztes Stück wurde noch „Wir sitzen so vorm Molotow“ angestimmt und alle grölten noch einmal mit. Guter Auftritt, auch wenn es leider kaum ältere Songs gab.

Nun folgten die drei Schotten von BIFFY CLYRO. Teils rockiger, leicht vertrackter, teils ruhiger bedächtiger Indie Rock. War eine gute Show, auch wenn sie mich nicht wirklich vom Hocker gerissen haben. Als letztes spielten sie noch meinen Favoriten „Question and answers“ und dann begab ich mich in den hinteren Festivalbereich um noch ein bisschen mit meinen Kumpels abzuhängen.

Die Alternative Rocker von SLUT folgten und gefielen wohl auch einem Teil des Publikums ganz gut, aber ich fand sie eher langweilig. Ich kannte vorher nur ihren Hit „Easy to love“ und mehr muss man meiner Meinung nach von denen auch nicht wirklich kennen.

Die allseits gehypten Schweden von MONEYBROTHER waren der Co-Headliner des diesjährigen Rocco del Schlacko. Live ein klein wenig rockiger als auf Platte gab es einen ruhigen, melancholischen Mix aus Rock, Pop und Soul. War für ein paar Songs ganz nett auf Dauer aber auch relativ langweilig. Zum Schluss spielten sie noch die beiden Hits ihrer aktuellen Platte „Blood Panic“ „Reconsider“ und „It’s been hurting alle the way with you Joanna“. Schöner Abschluss von Moneybrother, die dann doch alles in allem ganz gut waren, auch wenn es wirklich ziemlich ruhige, eher nicht so festivaltaugliche Musik ist.

Zum Abschluss kamen dann noch WIR SIND HELDEN, die ich noch langweiliger fand als ich es eh schon befürchtet hatte. Sie spielten ihre Hits wie „Denkmal“ oder „Wir sind gekommen um zu bleiben“ und wurden von den Teenies und Helden Fans abgefeiert, aber dafür traf ich jetzt im hinteren Teil des Geländes viele Bekannte und unterhielt mich noch bei dem ein oder anderen Bier und Wodka-Lemon. Nach „Guten Tag“ war dann gegen 23:30 Uhr Ende und ich machte mich mit dem Promille-Bus auf den Heimweg.

Die Busfahrt im vollen Doppeldecker-Bus war dann auch noch echt witzig. Ein Bus voll besoffener Festivalbesucher und der Bus fuhr stellenweise kaum schneller als Schritttempo. Beim kleinen Anstieg am Völklinger Wildpark wäre er sogar fast ganz stehen geblieben und wir waren schon kurz davor auszusteigen und anzuschieben.

War auf jeden Fall wieder ein nettes Rocco dieses Jahr (dank dem tollen Wetter und der günstigen Getränke), aber ich hoffe doch mal, dass es nächstes Jahr in Sachen Bands wieder besser und vor allem härter und rockiger wird. Außer Reminder, Muff Potter und Crash my Deville waren die restlichen Bands meiner Meinung nach doch zu ruhig und/oder langweilig. Großes Kompliment geht trotzdem an die Organisatoren und die vielen hundert freiwilligen Helfer, die das Rocco als größtes jährlich stattfindendes Open Air Festival im Saarland fest etabliert haben. Freue mich schon auf nächstes Jahr (mit der Hoffnung auf rockigere und härtere Bands)!

Autor: Zechi
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