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01st
Oct 07

Gorilla Biscuits

Gorilla Biscuits, Saarbrücken (Garage), Besucher: ca. 900 Besucher.
EN Saarbrücken (Garage)

Ich hatte ja schon lange nicht mehr damit gerechnet, dass ich die NYHC-Legende der zweiten großen US Hardcore-Welle, die Gorilla Biscuits, jemals live sehen würde. Schließlich hatte sich die Band Mitte der 90er aufgelöst und bisher auch alle Angebote für eine Reunion-Tour hartnäckig abgelehnt. Umso erfreuter vernahm ich im letzten Jahr die Kunde von der Reunion-Tour der Herren in den USA. Als die Biscuits nun in diesem Jahr auch endlich wieder nach Europa kommen sollten, war ich sofort Feuer und Flamme und wollte die Band unbedingt live sehen. Schließlich waren die fünf New Yorker mit Bands wie Sick of it all, Youth of Today oder Slapshot eine der ersten Hardcorebands, die ich Anfang der 90er zu hören bekam und sie sind bis heute eine meiner absoluten Lieblingsbands. Eigentlich sollten sie dann ja schon im Sommer kommen, aber die Tour musste verschoben werden und so kamen sie nun im September/Oktober auf große Europa-Tour. Die Vorfreude auf die Tour wuchs in den letzten Wochen von Tag zu Tag und so nahm ich mir die erste Oktoberwoche frei, um die Hardcore-Legende dreimal live zu sehen. Na wenn ich schon seit 1993 auf diese Tour warten musste, durfte es auch gerne etwas mehr sein und so habe ich mir Karten für die Shows in Saarbrücken, Wiesbaden und Köln geordert.

Nachdem meine Vorfreude in den letzten Septembertagen ins Unermessliche zu wachsen schien, stand am 01. Oktober endlich meine erste Show in Saarbrücken an. Also quasi ein Heimspiel für mich und so trafen wir bereits vor dem Eingang zahlreiche Freunde und Bekannte. Drinnen ist es noch ziemlich leer und füllt sich erst relativ langsam. Den Anfang an diesem Abend machen unsere Localheroes von Bleed into one, die mit ihrem NY beeinflussten, leicht metallischen Hardcore ganz gut ankommen, auch wenn die Menge natürlich nur auf die Hauptband wartet. Die Jungs spielen vor allem die Songs ihres Debutalbums „Birth, struggle, death“und noch eine sehr coole Coverversion von The First Step’s „Something inside“. Guter Auftritt unter erschwerten Rahmenbedingungen möchte ich mal sagen.

Pic by Zechi (New-Core.de)


Die Osnabrücker Waterdown haben es im Anschluss noch schwerer. Vor der Bühne klafft ein riesiges Loch und so sehr sich die Jungs auch bemühen, es will keine Stimmung aufkommen. Diesmal sind sie mit nur einem Sänger angereist, da Ingo, der zweite Frontmann, wohl keinen Urlaub für die Tour bekommen hatte. Die Jungs geben sich trotzdem alle Mühe und haben neben überwiegend neueren eigenen Songs auch zwei Coversongs im Gepäck. Zum einen „No spiritual surrender“ von Inside Out und „Rather be dead“ von Refused. Doch an diesem Abend warten alle nur auf eine Band: die Gorilla Biscuits.

Pic by Zechi (New-Core.de)


Als nach der Umbaupause endlich das Fanfarenintro von der „Start today“ ertönt und die New Yorker mit „New direction“ loslegen, bricht in der Garage die Hölle los. Es gibt keine Absperrung vor der Bühne und als die ersten Takte erklingen, fliegen die ersten Menschen ins Publikum. Ich werfe gerade noch ein paar Schnipsel in die Luft und stürze mich sofort auch von der Bühne („Stagedives make me feel more alive…“).

Pic by Zechi (New-Core.de)


Shouter CIV hält immer wieder sein Mikro in die Menge und die Texte werden von allen mitgesungen und was da an Stagedives abging, habe ich echt schon lange nicht mehr erlebt. Das Publikum vorne rastet völlig aus und schwingt das Tanzbein. Der Pit ist riesig und alle haben ein riesen Grinsen im Gesicht. Der Altersschnitt liegt wohl so bei Mitte/Ende 20 und was hier abing, erinnerte mich schon an die zahlreichen geilen Shows in den 90er Jahren. Pure Energie und trotz all der Action alles absolut friedlich. Daran können sich die heutigen Metalcore Kids aber mal eine ganz dicke Scheibe von abschneiden.

Pic by Zechi (New-Core.de)


Im Laufe des Sets spielen die Biscuits alle Songs ihrer beiden Platten und dazu noch einige gute Coversongs von Judge („New York Crew“), CIV, Warzone („As one“) und Project X („Dancefloor justice“), wobei bei letzterem der Roady ans Mikro darf und dabei wie ein Wahnsinniger über die Bühne tobt und sich in die Menge wirft. Klar hab’ ich schon Bands erlebt, die mehr Action auf der Bühne abgeliefert haben, aber an diesem Abend ist es eigentlich die überwältigen Reaktionen im Publikum, die alle Dämme brechen lässt. Die Band hat auch ihren Spaß, nur Gitarrist Alex Brown sieht etwas lustlos aus. Der Stimmung im Pit tut das keinen Abbruch und so reißt die Welle an Stagedivern bis zum Ende nicht ab. Zum krönenden Abschluss nach rund einer Stunde Spielzeit geben die Fünf dann noch „Start today“ zum Besten und ich bin zwar ziemlich fertig, aber bekomme das Grinsen einfach nicht mehr aus meinem Gesicht.

Pic by Zechi (New-Core.de)


Großartiges Konzert und das beste war, dass ich die Biscuits Dienstags in Wiesbaden und Donnerstags in Köln noch mal sehen konnte. Die beiden Shows waren ähnlich wie die in Saarbrücken, wobei es in der Garage schon noch einen Tick mehr Action gab als in Wiesbaden und Köln. Mit Sirens und Deny Everything gab es zudem zwei absolut empfehlenswerte Supportacts, die aber wie auch schon Bleed into one in Saarbrücken und Waterdown auf der ganzen Tour darunter zu leiden hatten, dass alle nur auf die New Yorker Legende warteten. In Köln haben sie mit „Pushed too far“ zudem noch ein Sick of it all-Cover gespielt. Für mich auf jeden Fall eine sehr, sehr schöne Reunion und die Erfüllung eines Jugendtraums. „Rebirth of Hardcore pride“

Pic by Zechi (New-Core.de)

Autor: Zechi
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