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26th
Aug 05

Ein Tag/Abend am See

Ein Tag, ein Abend
EN Losheim am See

Ein Abend am See
26.08.05 Strandbad, Losheim am See
Mit: Die Toten Hosen, Social Distortion, Dover, Backyard Babies, Pascow, ZSK
ca. 9000 Besucher

Ein Tag am See
27.08.05 Strandbad, Losheim am See
Mit: Die Fantastischen Vier, Sportfreunde Stiller, Patrice & Die Shashmani Band, Kettcar, u.a.
ca. 6000 Besucher

In Losheim stand am vergangenen Wochenende endlich mal wieder Festivalfeeling auf dem Programm. Der Wettergott hatte nach Wochen des Regens endlich ein Einsehen und so schien schön die Sonne als ich am See ankam. Das Strandbad ist ja seit etlichen Jahren eine meiner beliebtesten Locations für Open Air Festivals. Die Lage am See und die nach hinten ansteigenden Hügel garantieren eine tolle Atmosphäre und auch das Line-up konnte sich sehen lassen. Den Reigen eröffneten am Freitag die Berliner Skate-Punks ZSK mit einer soliden Show und einem Programm ihrer beiden Alben. Das Bob Marley Cover von „No woman no cry hätten sie sich allerdings meiner Meinung nach schenken können, dafür wurde gegen Ende des Sets noch das coole „Küsst die Faschisten“ gespielt.

Die saarländischen Lokalmatadore PASCOW wurden von nicht wenigen freudig erwartet und sie wurden ihrem Ruf als ausgezeichnete Liveband mal wieder gerecht. Sie spielten einen Mix aus den beiden Alben „Richard Nixon Discopistole“, „Geschichten, die einer schrieb“ und der ersten MCD. Die Stimmung war prächtig, was aber angesichts von Hits wie „Schwerter zu Clubsmartkarten“, „Paris fällt“ oder „Häuser der Reichen“ auch nicht weiter verwunderlich war. Auch auf der großen Bühne zeigten sich die vier Jungs von Pascow sehr spielfreudig und hatten die Menge von Anfang an fest im Griff. „Poison au coeur“ wurde im Duett mit JörKK (vom Ox-Fanzine und langjährigem Wegbegleiter der Band) gesungen. Zwischendurch kam auch wieder der Typ namens Cordula mit Perücke und Frauenkleidern für zwei, drei Songs auf die Bühne und wusste durch wilde Sprünge und Tanzeinlagen zu begeistern. Als letztes wurden noch „Nach Hause“ und „Trampen nach Norden“ gespielt, bevor dann Schluss war. Doch halt. Für die Zugabe „Hamburg“ kamen sie noch einmal kurz zurück. Guter Auftritt der Local Heroes auch auf der riesigen Bühne.

Die spanische Rockband Nummer 1 DOVER aus Madrid betraten im Anschluss die Bühne und rockten sich durch ein Best of Programm ihrer mittlerweile sechs Alben. Eine hitverdächtige Mischung aus Punkrock, Rock und Pop mit der verdammt geilen Stimme von Sängerin/Gitarristin Christina Llanos. Der Auftritt hat mir wieder gut gefallen, auch wenn bei mir jetzt die Vorfreude auf die nächste Band des Abends ins Unermessliche wuchs.

SOCIAL DISTORTION kamen zum ersten Mal seit 8 Jahren wieder nach Europa und bei mir stieg die Vorfreude auf diese Show seit Wochen ständig an. Und dann kamen die Mannen um Mike Ness endlich auf die Bühne und starteten mit dem Opener ihrer aktuellen Platte „Sex, Love and Rock’n’Roll“ „Reach for the sky“. Der Sound war bombig und Social Distortion reihten in gut einer Stunde Hit an Hit aus allen Schaffensphasen der Band. Da hatten gestandene Punkrocker bei „Sick boy“, „“Prison bound“ oder „Mommys little monster“ fast Tränen in den Augen oder zumindest eine Gänsehaut. Mike Ness hatte auch ohne großes Posing eine unglaubliche Ausstrahlung und so ging es natürlich auch in der Menge ordentlich zur Sache. Weitere Hits vom aktuellen Album wie „Don’t take me for granted“ oder „Nickels and dimes“ wurden ebenso gespielt wie mein Lieblingssong „Don’t drag me down“. Zwischendurch musste ich mich auch immer wieder ins Getümmel stürzen und die Songs wurden sowieso alle lauthals mitgegrölt. Gegen Ende spielten Social Distortion dann noch das Johnny Cash-Cover „Ring of fire“ und als letzten Song das fantastische „Story of my life“. Nach gut einer Stunde war leider schon wieder Schluss, Zugaben gab’s keine. Schade, aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Die größten Hits wurden allesamt gespielt, der Sound war super und die Atmosphäre vor und auf der Bühne war fantastisch.. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht wieder 8 Jahre warten müssen bis uns Social Distortion das nächste Mal in Europa besuchen. Ganz ganz groß!!!

Im Anschluss dann Nostalgiefaktor 10 für mich, denn vor 15 Jahren war ich auf meiner ersten Punkrock Show: DIE TOTEN HOSEN in Völklingen. Lang ist es her und die Zeiten haben sich ziemlich geändert. Die Hosen interessieren mich schon seit etlichen Jahren kaum noch, da sie jetzt doch eher Stadionrock machen. Auf der Bühne machten Die Toten Hosen einen ganz ordentlichen Eindruck und zeigten eine ordentliche Rockshow. Campino und auch der Rest springt und rennt noch fast wie in alten Tagen über die Bühne, aber die Songauswahl fand ich eher bescheiden. Es wurden leider nur sehr wenige ältere Songs wie „Hier kommt Alex“ (welches dem „Hassprediger“ Edmund S. aus M. gewidmet wurde.) oder „All die ganzen Jahre“ gespielt und der Schwerpunkt lag eindeutig auf den neueren Stücken wie „Bayern“, „Pushed again“ oder „Niemals einer Meinung sein“. „Song 2“ von Blur wurde noch gecovert – warum auch immer. Den Hosen Fans gefiel’s natürlich trotzdem. Apropos Hosen Fans, da war ja von 6 bis 60 Jahren so ziemlich alles vertreten. Ich verzog mich mit meinen Kumpels an den Rand der Menge und was da für eine Freakshow um uns versammelt war, war echt lustig anzusehen. Links vor uns drei Hausfrauen Mitte 40 mit Pudel-Dauerwelle, die lauthals „Steh auf, wenn du am Boden bist“ sangen und auf und ab hüpften. Rechts neben uns Altrocker in den 50ern, die gegen Ende zu viert so eine Art Pogo tanzten... Zweimal kamen die Hosen noch für einige Zugaben zurück auf die Bühne, u.a. wurde noch „Alles aus Liebe“ und das unsagbar schlechte „10 kleine Jägermeister“ zum Besten gegeben, bevor dann mit „You’ll never walk alone“ die Stadionhymne schlechthin zum Abschluss folgte. Bei einigen älteren Stücken kam bei mir durchaus Nostalgie auf, aber die Momente waren leider stark in der Unterzahl und neuere Songs wie das komische Wal-Lied gehen echt gar nicht.

Zum Abschluss folgten noch die BACKYARD BABIES mit skandinavischem Rock’n’Roll. Die Band ist ja in den letzten Jahren irgendwie fast komplett an mir vorbei gegangen und da es schon ganz schön spät war, entschloss ich mich nach der Hälfte des Sets den Parkplatz aufzusuchen. Der Auftritt war ok, aber wirklich begeistern konnten sie mich nicht.

Eigentlich wollte ich mich nach dem anstrengenden Tag jetzt entspannen und im Auto pennen, aber dann kam alles ganz anders. Schiddel und die Reisbach Crew hatten ihr Lager direkt neben meinem Auto aufgeschlagen und so wurde noch schön bis in den frühen Morgen gefeiert. Zwischendurch kamen am laufenden Band irgendwelche Besoffenen an und suchten den Campingplatz, ihr Auto, Bekannte oder einfach nur das nächste Bier. War auf jeden Fall noch eine ziemlich interessante Parkplatzparty.

Nach einigen Stunden Schlaf im Auto fuhr ich dann nach Hause um zu duschen und noch ein wenig Schlaf zu finden, denn es ging ja direkt mit Ein Tag am See weiter. Die ersten Bands habe ich am Samstag verpasst und als ich ankam spielten gerade LES BABACOOLS ihren letzten Song, der echt cool war.

Nun kamen die Hamburger KETTCAR, die mit „Ausgetrunken“ direkt gut loslegen. Es gab einen Mix aus beiden Alben, u.a. wurde „Balkon gegenüber“, „Landungsbrücken raus“, „Deiche“ und „48 Stunden“ gespielt. Solider Auftritt auch wenn ich Kettcar früher in kleineren Clubs besser fand. Gegen Ende des Sets kommt noch „Ich danke der Academy“ und die Menge feiert die Hamburger natürlich ab.

Dann kam PATRICE & DIE SHASHMANI BAND mit Reggae, Ragga und ein bisschen Dancehall. Hat mir gar nicht schlecht gefallen. Überwiegend gediegen, seltener auch mal dancehall-mässige Abgehparts. Ihr Hit „Soul Storm“ wurde natürlich auch gespielt und dem Großteil des Publikums gefiel der Auftritt sehr gut.

Die Münchner SPORTFREUNDE STILLER kamen im Anschluss, aber mir gefallen die nicht so wirklich und so wartete ich auf der Wiese auf die Fantas. Die Ansagen der Sportis fand ich auch ziemlich bescheiden, aber ich denke viele hatten ihren Spass und soweit ich das beurteilen kann wurden alle Hits wie „Ich, Roque“, „Wunderbaren Jahren“ oder „Ein Kompliment“ gespielt.

DIE FANTASTISCHEN VIER zeigten im Anschluss wie fantastisch sie sind und wer im deutschen Hip-Hop die Nr.1 ist. Da können alle Aggro Berlin Penner locker einpacken. Es gab einen bunten Mix durch die diversen Alben. Neben ruhigeren, relaxten Nummern kamen immer wieder Abgeh-Songs wie „Immer locker bleiben“ oder „Was geht“. Dem Publikum gefiel es ausgezeichnet und so wurden die Fantas zu Recht abgefeiert. Nach etwa einer Stunde machte ich mich bei „Sie ist weg“ auf den Heimweg, da ich am nächsten Tag wieder früh rausmusste und noch fertig vom Vortag war.

Die beiden Tage waren echt mal wieder sehr cool. Alleine die Location am See ist unschlagbar und Social Distortion waren der absolute Oberknaller. Die meisten anderen Bands waren auch gut bis ok. Hoffe mal, dass das Ganze im nächsten Jahr wieder stattfindet.

Autor: Zechi
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