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10th
Nov 04

Dillinger Escape Plan / Poison The Well

Dillinger Escape Plan / Poison The Well-44
EN Bochum

Bochum Matrix. Nass und kalt und absolut zum kotzen. So konnte man zumindest schon mal das Wetter bezeichnen bei dem wir uns aufmachten um am 09.11.2004 in der bochumer Matrix zwei Bands zu sehen die einmal mehr vorhatten zu beweisen wie unterschiedlich harte Musik doch sein kann. Bei einem solchen Event war es mal wieder zu erwarten, dass man auf bekannte Gesichter trifft - das Ruhrgebiet lud zum feiern ein und so war die Matrix mal wieder zum bersten gefüllt. Im Verlgeich zur neulich noch angesehen Calibanshow, blieben einem glücklicher Weise jedoch diesmal die brutalen Warteschlangen in der Kälte erspart und es konnte pünktlich um 20:00 Uhr losgehen.

Aufheizen sollte die Menge zunächst erst mal THE ANTI DOCTRINE, welche dem ein oder anderen vielleicht schon durch Auftritte bei Rock am Ring 2003 oder der Tour mit SOULFLY etwas sagen könnten. Ein ganz vernünftiges Set bieteten dann auch BURST, welche mir persönlich schon etwas mehr zusagten. Alles in allem ging es jedoch vom Publikum her eher etwas ruhiger ab. Ob das nun daran lag, dass diejenigen welchen die für POISON THE WELL kamen, sich ihre Energien für eben jene aufgehoben hatten, oder vielleicht, dass der Großteil der Leute doch eher aus DEP Höreren bestand, welche sowieso mit moshen eher weniger am Hut hatten und mehr auf die Musik achteten? Ich weis es nicht, aber als endlich PTW auf die Bühne kamen, begann sich allmählich etwas in der Matrix zu regen. Wenn die Luft bis dahin noch relativ atembar war, war sie spätestens jetzt am kochen. Ein langes Intro spielend gingen die Jungs dann auch direkt in einen Song aus dem aktuellen Album "you come before you" über und begangen die Menge zu bewegen. Als daraufhin "horns and tails" gespielt wurde konnte auch ich mich nicht mehr zurückhalten und ließ mich von Menschen und Musik mitreißen und was mir mal leider etwas zu spät auffiel: es war zu voll! Versteht mich an dieser Stelle nicht falsch. Ich bin der letzte der etwas gegen Konzerte in kleinen Clubs hat wo richtig gute Stimmung herrscht, aber wenn es zu voll ist macht das ganze irgendwie nicht so wirklich viel Spass. Na ja, vielleicht ist die Matrixkonzerthalle auch einfach deshalb ein bisschen blöd, weil sie stark in die Länge geht und nicht besonders breit ist. Zurück zu PTW! Den neuen Gitarristen am Start füllten sie die kürzlich entstandene Lücke und donnerten ihre Songs herrnieder. Vielleicht hätte man nur ein paar mehr der alten Brüller spielen sollen, da anfangs erwähntes Album eindeutig überhand hatte und die alten Songs wie etwa von der EP "distance only makes the heart grow fonder" wenig oder gar nicht gespielt wurden. Natürlich gab´s zum Abschluss das gute alte "nerdy" bei welchem allerdings klar wurde, dass auch dieser Sänger irgendwann einfach keine Puste mehr für die melodischen Parts hat.

Neue Gruppierung des Publikums. "Wer kommt da jetzt eigentlich", meine ich neben mir jemanden gehört zu haben. Nun es war klar, dass viele wegen PTW kamen und was einem nun geboten werden sollte für viele von jenen nicht ganz das Wahre sein sollte. So wurden die ersten Reihen wohl auch eher wie bei MESSUGAH besetzt, wo in erster Linie Leute stehen die fasziniert auf die instrumentale Arbeit der Band achten. Als dann THE DILLINGER ESCAPE PLAN die Bühne betraten merkte man gleich, dass jetzt etwas besonderes kommen würde. Und dem war auch so! Ehrlich ich habe DEP noch nie zuvor gesehen gehabt und war mehr als beeindruckt, auch wenn ich weiter hinten stand. Ich fragte mich schon damals, als ich die EP mit Mike Patton "irony is a dead sence" hörte, ob diese Band diese Leistung auch tatsächlich live umsetzten könne. Sie können! Und wie! Ja, nur wir soll ich das eigentlich beschreiben? Controlliertes Chaos trifft es nicht mal annähernd. Da wurden Riffs gebretter und zerscherbelt; da machte ein Gitarrist einen Wallrun und blieb im Takt, da schreite der Sänger das einem die Tränen vor Mitleid kammen... und dann diese atmosphärischen Parts mit diesem für DEP so typischen Psychotouch. Wow! Gut unterstützt wurde die Band übrigens von einer sehr gut eingesetzen Lichttechnik die gerade die eben erähnten Parts sehr schön untermalte. Fragt mich jetzt bitte nicht welche Songs genau gespielt wurde. Es schien recht gut gemischt und auch das aktuelle, viel umjubelte Album, kam nicht zu kurz.

Mein Fazit zu dem Abend: schade das ich nicht in besonders guter Konzertstimmung war. Die Bands haben wohl ihr bestes gegeben, auch wenn ich die Show von PTW als ich sie damals noch in der selben Lokation sah, vom Programm her einfach besser fand. DEP haben mir an diesem Abend bewiesen, wie genial gespielt chaotisch klingende Parts doch sein können und wieviel Energie eine Band doch auch heute noch im Stande ist aufzubringen (allein einer der Gitarristen legte geradezu einen Marathonlauf auf der Bühne hin und wirbelte dabei auch noch so dermaßen mit der Gitarre, dass man sich kaum auf die Bühne traute). Tolles Konzert. Nur zu voll und zu heiß.

Autor: Radagast
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