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18th
May 06

Deconstruction Show 2006 Report

Deconstruction-Show Report
EN Trier

Deconstruction-Show, 30.04.2006, Messeparkhalle, Trier (ca. 1.500 Besucher)

Bands: Me First & The Gimme Gimmes, No Use for a Name, Comeback Kid, Bouncing Souls, Raised Fist, The Lawrence Arms, Disco Ensemble, The Sainte Catherines, Versus the World

Als ich mit meinem New-Core Kollegen Björn und ‘ner Freundin gegen 16 Uhr an der Messeparkhalle ankomme, ist gerade Einlass, aber wirklich viel ist noch nicht los. In der Halle trafen wir uns erstmal mit Wiebke von Fat Wreck Chords am Merch-Stand, um die Durchführung der geplanten Interviews zu besprechen. Die ersten beiden konnten wir sofort führen und so verschwanden wir dann mit Chris McCaughan, einer der beiden Sänger und Gitarrist von The Lawrence Arms, zum Interview in einen Backstage-Raum. (Das ganze Interview könnt ihr hier nachlesen.). Anschließend stand das Interview mit Joey Cape, dem Gitarristen von Me First & the Gimme Gimmes und außerdem Sänger bei Lag Wagon und Bad Astronauts, an. Dazu ging es in den Me First-Backstage-Raum in dem u.a. auch Fat Mike gerade ein paar Schnittchen zu sich nahm. (Das Interview mit Joey findet ihr hier.) Die beiden Interviewpartner erwiesen sich als nette Zeitgenossen und so verging die erste Stunde wie im Fluge. Der Opener VERSUS THE WORLD war gerade fertig mit seinem Auftritt als wir wieder in der Halle waren.

Los ging es für uns dann mit der neuen Fat Wreck Band THE SAINTE CATHERINES aus Montréal/Kanada. Sie spielen rauen und trotzdem melodiösen Punkrock/Hardcore mit Reibeisenstimme und überzeugten bereits mit ihrem vor kurzem erschienen Fat Wreck-Debut „Dancing for decadence“. The Sainte Catherines erwiesen sich auch live als super Band, die allerdings auf der großen Bühne bei durchwachsenem Sound etwas deplaziert wirkten. In einem kleinen Club wäre da sicher einiges mehr gegangen. Gespielt wurden überwiegend die Songs der sehr guten aktuellen Platte wie z.B. der geniale Opener „Burn Guelph burn“, „Get your politics out of my hair“ oder „Hau weg die Scheisse“.

Die Nächsten waren die Finnen DISCO ENSEMBLE, die ich bisher nur dem Namen nach kannte. Die Finnen erinnerten mich etwas an Billy Talent und gefielen mir nicht schlecht.

Das Trio THE LAWRENCE ARMS aus Chicago steht für schnellen, hymnenhaften und etwas melancholischen Punkrock, der durch den Doppelgesang von Gitarrist Chris und Bassist Brendan geprägt wird. Auch The Lawrence Arms spielten bis auf ein, zwei Ausnahmen nur Stücke ihres neuen Meisterwerks „Oh Calcutta“, welches wie die beiden Vorgänger ebenfalls bei Fat Wreck erschienen ist. Die neuen Songs sind wieder ein ganzes Stück flotter und auch etwas rauer als die der letzten Platte. „Beyond the embarassing style“, „Great lakes/great escapes“ und „Are you there yet Margaret? It’s me god” gefielen mir dabei am Besten. Allerdings war der Sound immer noch nicht berauschend und zu Dritt auf der großen Bühne hatten es die Chicagoer schwer das sehr zurückhaltende Publikum mitzureißen. Egal ich fand’ sie wieder sehr gut, auch wenn sie, wie das Chris auch im Interview zuvor angesprochen hatte, sich in kleinen Clubs schon wohler fühlen und dort auch einfach besser hinpassen.

Die schwedischen Hardcore Heroes RAISED FIST folgten und schafften es endlich mal zumindest die doch recht zahlreich vertretenen Hardcore Kids in Bewegung zu versetzen. Die fünf Schweden zeigten sich auch nach 13 Jahren Bandgeschichte keineswegs müde und legten eine sehr agile Show auf die Bretter. Die Kids dankten es mit einem ordentlichen Pit und bei Knallern wie „Pretext“, „Get this right!“ oder „Breaking me up“ musste ich auch mal meine alten Knochen kurzzeitig in den Pit werfen. Sehr gute und ausgewogene Show mit einem perfekten Mix aus alten Krachern und Stücken der neuen Scheibe „Sound of the republic“.

Da ich die BOUNCING SOULS doch schon einige Male gesehen hatte, schaute ich mir nur ein paar Songs an und verzog mich dann in den hinteren Teil der Halle. Der Sound war dort leider auch nicht besser und so zog das Set irgendwie an mir vorbei. Gegen Ende spielten sie noch ihren Überhit „True Believers“ und veranlassten mich doch noch zum Mitsingen aus der letzten Reihe.

Nun kam der eigentliche Hauptgrund für meinen Abstecher zur Deconstruction Show. COMEBACK KID aus Winnipeg/Kanda! Mit ihren beiden Alben „Turn it around“, 2003 bei Facedown Records erschienen, und dem Hammeralbum „Wake the dead“, welches im letzten Jahr via Victory Records veröffentlicht wurde, haben sie sich im Nu in die Herzen ihrer Anhänger gespielt. Kaum eine andere Band spielt derzeit so genialen melodischen Old School Hardcore mit Hitpotential. Nachdem Sänger Scott Wade vor kurzem ausgestiegen war, übernahm Gitarrist Andrew Neufeld auf dieser Tour vorläufig den Gesangspart und machte seine Sache sehr ordentlich. Comeback Kid stürmten auf die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Die HC Kids bildeten sofort einen ordentlichen Pit und ließen sich von der Energie auf der Bühne anstecken. Sie spielten neben den Hits der aktuellen Scheibe „Wake the dead“ wie „False idols fall“„Final Goodbye“ oder „Talk is cheap“ auch einige Songs der ersten Platte wie „Die Tonight“ oder „All in a year“. Sänger Andrew kam auch immer wieder von der Bühne in den Graben und lud die Kids zum Mitsingen ein. Die beiden Überhits „Lorelei“ und natürlich „Wake the dead“ hoben sie sich bis zum Schluss auf. Nun ging es noch mal richtig ab, sowohl auf, als auch vor der Bühne. Massig Sing-a-longs, Circle-Pits und Dives. War auf jeden Fall eine sehr geile Show von Comeback Kid, die ich auf der nächsten Tour definitiv noch mal in einem kleinen Club sehen will.

Die beiden Hauptacts NO USE FOR A NAME und ME FIRST & THE GIMME GIMMES habe ich leider nicht mehr gesehen, da wir zu Dritt mit der Bahn angereist waren und leider nur zwei Plätze im Auto für die Heimfahrt klar machen konnten. Da ich mit meinem Studi-Ausweis kostenlos den Zug nutzen kann und ich die beiden Bands auch schon gesehen hatte, musste ich also in den sauren Apfel beißen und mit der Bahn zurück. Da am nächsten Tag unsere traditionelle Mai-Tour anstand, zog ich es vor die letzte Bahn zu nehmen, welche leider schon um kurz vor 23 Uhr fuhr. No Use for a Name waren laut meinem NC Kollegen Björn „okay wie immer“ und ME FIRST & THE GIMME GIMMES spielten Songs aus allen Alben und auch zwei neue Stücke von der im Oktober erscheinenden neuen Platte, auf welcher diesmal Country-Songs „verpunkrockt“ werden.

War alles in allem wieder mal ein netter Abend mit ’ner Menge guter Bands in einer riesigen ungemütlichen Halle mit mieser Akustik. Hat sich aber trotzdem gelohnt.

Fotos von der Show findet ihr in unserer Picture Gallery und zwar hier.

Autor: Zechi
Magazine established by Pierre Brost in 2003 with Michael Hohmann
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