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10th
Feb 06

The Ocean

Aeolian und vieles mehr
ENGuest: Niels

NC: Erz?hlt uns erst mal ein wenig ?ber die Band "The Ocean" ?

The Ocean (Nils): The Ocean sind ein Kollektiv aus einer schwer zu beziffernden Anzahl von Rock- und klassischen Musikern, Grafik- und Videok?nstlern, Tontechnikern und allerlei anderen Individuen, die ihre kreative Kraft in unterschiedlichem Ma?e und auf verschiedenen Gebieten einbringen. Das Kollektiv hat einen Kern fester Mitglieder, der wie eine regul?re (wenngleich etwas gr??ere) Rockband aufgebaut ist: Gitarren, Drums, Bass, Gesang, Percussion, Elektronik. Unser Zuhause ist das Oceanland, ein Komplex aus mehreren R?umen im Keller eines Berliner Hinterhof-Fabrikgeb?udes. Gegr?ndet wurde der Ozean Anfang 2000, unsere erste Show spielten wir, nach einer Zeit wilder Line-up-Wechsel, zwei Jahre sp?ter. Seitdem haben wir jedes Jahr eine Platten rausgebracht: 2003 ?Fogdiver?, 2004 ?Fluxion? und nun gerade ?Aeolian?.

NC: Was f?r einen Sound spielen "The Ocean" ?

The Ocean (Nils): Man muss sich das in etwa vorstellen wie einen entgleisten Dampflok-G?terzug, der, vollkommen au?er Kontrolle und mit uns?glicher Gnadenlosigkeit, durch eine Wild-West-Stadt rast. Unser Sound ist ein Bastard aus m?chtigen Gitarrenw?nden, dreckigem Rock'n'Roll, rasend schnellen Frickeleinlagen und schleppenden Doom-Parts. Unsere Songs sind dabei oft von epischem Ausma? und vernichten in der Regel alles, was sich ihnen in den Weg stellt.

NC: Was sind so eure musikalischen Einfl?sse und was f?r Bands und Musik h?rt ihr so ?

The Ocean (Nils): Unsere Wurzeln liegen im d?steren Hardcore der fr?hen Neunziger Jahre, bei Bands wie Rorschach, Unbroken, Groundwork, Absinthe, aber auch sp?tere Sachen wie Refused, Botch, Bloodlet oder Coalesce. Bands wie Breach oder Neurosis haben nat?rlich auch ihre Spuren hinterlassen, die sind auf dem neusten Album aber eher im Hintergrund. Privat h?ren wir teilweise v?llig andere Sachen; das Spektrum in der Band ist da sehr gro?, das geht von 70er-Jahre-Jazz-Fusion bis Grindcore und Goregrind, von Old-School-Hip-Hop zu postromantischer Zw?lftonmusik.

NC: Im November habt ihr euer Album "Aeolian" bei Metal Blade Records ver?ffentlicht! Erz?hlt uns ein wenig ?ber euer neues Album ?

The Ocean (Nils): ?Aeolian? ist zum einen ein Experiment, zum anderen aber auch eine repr?sentative Demonstration des Spektrums, das wir mit unserer Musik abdecken. Auf den Vorg?ngeralben ging es teilweise sehr orchestral zu, dieses Mal haben wir einen ziemlich reduzierten Ansatz verfolgt und fast nur mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang gearbeitet. Das Album f?llt dabei im Gesamteindruck wesentlich h?rter aus ? es betont die brachiale Metal-Seite, die unserem Sound schon immer innegewohnt hat. ?Aeolian? ist quasi der h?rtere Zwilling von ?Fluxion?. Bei Platten wurden n?mlich in ein und der selben Sitzung aufgenommen ? in unseren eigenen Oceanland-R?umlichkeiten, versteht sich. Eine Besonderheit von ?Aeolian? ist sicherlich, dass wir mit nicht weniger als sieben S?ngern gearbeitet haben, darunter illustre Gestalten wie Sean von Coalesce, Tomas von Breach und Nate von Converge. Das ?usserst edle Artwork besorgte ?rigens Martin Kvamme, bekannt durch seine Arbeit f?r Turbonegro und diverse Mike-Patton-Projekte.

NC: Eure Alben haben alle samt exotische Namen. Was bedeutet der neue Titel "Aeolian" ?

The Ocean (Nils): Aeolos war in der griechischen Mythologie der Gott des Windes. Heute bezieht sich der Begriff ?aeloisch? (au?er auf die Kirchentonart) auf Erosions- und Transportprozesse, die vom Wind verursacht werden. Sandd?nen kommen zum Beispiel so zustande, aber auch eindrucksvolle Felsformationen, wo verwehter Sand ?ber Jahrtausende wie ein Sandstahler gewirkt und das Gestein in bizarrer Weise geformt hat. Der Begriff deutet die Zusammengeh?rigkeit mit dem Vorg?ngeralbum an -- ?Fluxion? bezieht sich auf solche Prozesse, wo etwas flie?t.

NC: Wie ist das Feedback zu den neuen Songs ?

The Ocean (Nils): Insgesamt sehr positiv... Aeolian ist PLatte des Monats im schwedischen Close-Up und hat 4K im Kerrang bekommen und H?chstwertungen in ganz Europa. Wir bekommen aucch viele begeisterte Zuschriften aus ganz Europa. Allerdings gibt es auch einige Leute, die wir anscheinend ein wenig entt?uscht haben. Die hatten etwas im Stile der letzten Platte erwartet und etwas im Stile der vorletzten erhofft. Bekommen haben sie aber etwas, das in ihren Augen etwas v?llig anderes ist. ?Das ist ja nur noch Metal? hei?t es dann, was wir nicht ganz nachvollziehen k?nnen, denn zum einen ist Metal ja nun wirklich nichts schlechtes und zum anderen sind die Unterschiede zwischen den beiden Alben nun wirklich nicht so riesig. Interessant ist ?brigens, dass diese negativen Stimmen fast ausschlie?lich aus Deutschland kommen. Im Ausland, von Portugal bis Belarus, von Norwegen bis Griechenland, ist durch die Bank Begeisterung angesagt. Tja der Prophet und das eigene Land...

NC: Welche Themen verarbeitet Ihr in eueren Lyrics ?

The Ocean (Nils): Die Themen sind h?chst unterschiedlich, was sie aber gemein haben, ist, dass sie im Kern zur?ckgehen auf die Ausw?chse der Art und Weise, wie diese Welt eingerichtet ist: Vom Kindergarten in die Schule ins B?ro ins Altenheim werden wir durchgereicht; Zufriedenheit bemisst sich letztendlich in Geld; Es gilt das Gebot der Anpassung gleichzeitig mit dem der Individualit?t. F?r Dinge wie ?Leidenschaft? ist da kein Platz mehr. Der Ozean versteht sich hingegen als Stimme der Leidenschaft in einer Welt, die diese praktisch abschaffen will.

NC: Wie geht Ihr an neue Songs ran, wie ist so das Songwriting bei euch in der Band ?

The Ocean (Nils): Das Songwriting ist die Dom?ne von Robin. Er schreibt die Songs und nimmt diese dann in Form von Vorproduktionen, inklusive Bass und programmiertem Schlagzeug, auf. Das besprechen wir dann gemeinsam und entscheiden, was wir wie umsetzen wollen, bzw. was nicht und was noch ge?ndert werden soll. Dann fangen wir an, die Songs zu proben und irgendwann auch live zu spielen, wobei sich immer noch einige ?nderungen im Laufe der Zeit ergeben. Die Songs reifen. Wir haben Songs im Programm, die heute um einiges anders klingen als vor drei Jahren. Insofern l?sst sich sagen: geschrieben werden die Songs von Robin, aber alles, was danach mit ihnen passiert, ist ein kollektiver Prozess. Aber letztendlich ist unsere Musik komplett durchkomponiert, im klassischen Sinne. Wir halten keine Jam-Sessions ab, bei denen wir einfach drauflosspielen und mal schauen, was rauskommt. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass das oft zu nichts f?hrt, bzw. umgekehrt, dass man ?bers Komponieren zu wesentlich hochwertigeren Ergebnissen kommt. Die Songs werden so dichter, koh?renter, einfach runder.

NC: Wie f?hlt ihr euch bei einem so grossen Label wie Metal Blade ?

The Ocean (Nils): Zu Hause. Mit Metal Blade haben wir zum ersten Mal ein Label, das in der Lage ist, uns die Unterst?tzung zu bieten, die wir f?r unsere Unterfangen brauchen. Nicht, dass sich unsere bisherigen Labels nicht genug um uns gek?mmert h?tten, im Gegenteil, sie tun es sogar heute noch ? auf Throne kommt demn?chst eine 3er-LP mit ?Fluxion? und ?Aeolian? raus. Aber wir wolten einfach, dass unsere Platte europaweit erh?ltlich ist, und diese labels hatten einfach keinen fl?chendeckenden Vertrieb, so dass wir uns nach etwas neuem umgeschaut haben. Mit Metal Blade haben wir dann genau das richtige gefunden. Nicht nur, dass sie den besten Verteib haben, den man sich w?nschen kann; sie k?mmern sich auch in einer Weise um uns, wie es andere Labels nicht t?ten. Wir haben das w?hrend unserer Gespr?che mit Relapse und Earache gemerkt: die haben teilweise Wochen gebraucht, um auf unsere Mails zu antworten. Das gibt einem nicht gerade ein positives Gef?hl. Bei Metal Blade war das hingegen vollkommen anders. Die Kommunikation mit denen war von Anfang an extrem schnell und bei denen hatten wir wirklich den Eindruck, dass sie an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Und bislang haben wir unsere Entscheidung nicht bereut.

NC: Was ist in der kommenden Zeit geplant und wann werdet ihr wieder on Tour sein ?

The Ocean (Nils): Wir werden zun?chst im Januar drei einzelne gigs spielen im Pott und in Berlin, und dann im M?rz/April auf Tour sein; in Deutschland und im europ?ischen Ausland. Die Tour umfasst ca. vier Wochen, eine ganze Reihe von Shows steht schon fest (siehe Website). Ansonsten arbeiten wir derzeit am Artwork f?r die 3er-Vinyl-Box und einem Konzept f?r einen Videoclip zu einem Song aus ?Aeolian?.

NC: Viele Dank f?r das Interview. Wollt Ihr noch etwas an unsere Leser los werden ?

The Ocean (Nils): Lieber Leser! Zum Fest verschenket Liebe und ?Aeolian?! Solltet ihr euch auch nach Weihnachten nicht genug geliebt f?hlen, so tauschet euer allgemeines ?quivalent gegen die von uns feilgebotenen Waren! Kaufet beispielsweise unseren streng begrenzt hergestellten Tontr?ger ?Queen of the Food Chain? auf dem d?nischen Futhermocker-Label. Oder unsere mit der Combo Burst geteilte Scheibe aus wahlweise transparentem oder blauem Polyvinylchlorid, herausgegeben vom holl?ndischen Verlagshaus Garden Of Exile. Peace!

Autor: Pierre
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